Rebschnitt in Weischütz abgeschlossen Samstag, 02. April 2011

In den letzten drei Wochen waren wir nun immer wenn ein wenig Zeit beim Vertrieb eingekürzt werden konnte auf unserer Pachtfläche in Weischütz. Rund 2×40 Arbeitsstunden haben wir nun mit dem Rebschnitt auf 3000 m² zugebracht und auch ein wenig mehr Zeit in so manche Rebmaniküre investiert. Das Arbeiten in den sehr eng stehenden Reihen (knapp 90 cm) und in der gesamt Anlage  aus dem Jahr 1966 hat mit der super Wetterunterstützung der letzten wochen wieder richtig Spass gemacht, wenngleich die altersbegingten Schäden an Reben und Anlage zusätzliche Kraft einfordern werden.

Wir wollen diese “typische” Anlage aber gleichzeitig als Erprobungsfeld für unsere Produkte  nutzen.  Besonders liegt uns dabei der sinnvolle und nachhaltige Einsatz von möglichst viel Technik und Hilfsmitteln am Herzen, nicht nur aus vertriebstaktischen Gründen, sondern vielmehr um regionale und verwertbare Kosten-Nutzen-Auswertungen für unsere Leser abzubilden. Insbesondere bei Fragen, ab welcher Arbeitsbelastung oder Flächengröße der Einsatz von Motorhacke, Akku – Rebschere oder anderen Hilfmittel sinnvoll werden könnte. Selbstverständlich sollen diese Praxiseinsätze unserer Produkte aber nicht das “Rad ” neu erfinden – nur eben ein wenig handfester und nachvollziehbarer erklären und der theoretischen Produktbeschreibung ein kleines bisschen Praxiserfahrung beistellen. .

Neben der Fläche in Weischütz konnten wir noch ein kleines Stück in den Schweigenbergen in FreyburgTerrassenweinbau - für unser Erprobungsvorhaben pachten. Die speziellen Anforderungen an den Weinbau auf Terrassen können wir nun auch für die MDR- Region zugeschnitten ganz praktisch hier im Blog vorstellen. In Freyburg sind wir leider noch nicht durch mit dem Rebschnitt, da wir die Fläche erst in der letzten Woche erhalten haben. Aber in der nächsten Woche werden wir dies noch schnell nachholen.

21.03.2011 – Frühlingsanfang bei weinbau24 Montag, 21. März 2011

Pünktlich zum Frühlingsanfang haben wir schon die ersten Triebe bei unseren Reben Mitten in Dresden entdecken können. Selbstverständlich haben wir gleich ein paar Fotos geschossen um auch den Beweis führen zu können. Besonders kräftig ist unser Phönix ausgetrieben.

Weitere Infos zu unserer kleinen Dachkolonie folgen hier auf unserer Infoseite.

Rebfläche in Weischütz Saale/Unstrut Montag, 28. Februar 2011

Nun ist es amtlich… die ersten Bilder von der Arbeit am Freitag von unserer kleinen Rebfläche in Weischütz  – 3000 m² Müller-Thurgau und Silvaner und wenn alles klappt gibt’s im nächsten Jahr noch ein bissl’ Oberberg dazu -  mit Rotwein.

Das sensationelle Wetter am Freitag war der perfekte Rahmen für unseren ganz besonderen Saisionauftakt, neben der Freude nun endlich wieder in Mitten einer Rebfläche zu stehen.


Größere Kartenansicht

Wir haben am Freitag erst einmal einen großen Teil der Müller-Thurgau Reben im unteren Bereich des Berges geschnitten. Die “alten Herren” mussten zum Teil auch mit unserer Klappsäge bearbeitet werden, wenngleich die Masse mit unseren Felco Elektroscheren geschnitten wurde.  Auch nach 8 Stunden Dauereinsatz waren die Akkus noch mit rund 80 % geladen und konnten am Folgetag gleich weiter eingesetzt werden.  Der erste Praxiseinsatz wurde von einem netten Kollegen in zahlreichen Bildern dokumentiert und auch gleich als eine Art Workshop für unseren Bilderjäger genutzt, der es sich nicht nehmen lies, gleich mit einer eigenen Schere (Felco 7) zu helfen, natürlich unter den strengen Augen unseres Weinbautechnikers.

In den nächsten Wochen werden wir uns dann dem Silvaner zuwenden und natürlich werden wir auch dann wieder einige Artikel auf Ihre Praxistauglichkeit hin überprüfen.

Möglichkeiten der Entsäuerung Donnerstag, 09. Dezember 2010

Die Weine des Jahres 2010  hatten oft Säuregehalte von über 13 g/l. Oftmals ist der Äpfelsäuregehalt so hoch das nur eine Doppelsalzentsäuerung oder ein biologischer Säureabbau in Frage kommen,  um den Säuregehalt des Weines zu reduzieren.

Bei  der Doppelsalzentsäuerung wird Wein- und Äpfelsäure in etwa gleichen Teilen als sogenannte Doppelsalzkristalle ausgefällt. Mit diesen Verfahren kann daher rund das Doppelt an Säure abgebaut werden, verglichen mit einer normalen Entsäuerung. Um eine Doppelsalzentsäuerung durchzuführen muss ein spezieller Kalk verwendet werden. Zudem sind ein paar Rahmenbedingungen für eine richtigen Durchführung der Doppelsalzentsäuerung  zu beachten:

- Zur Ausfällung des Doppelsalzes muss der pH-Wert im Most oder Jungwein auf über 4,5 angehoben und gehalten werden. Dies wird erreicht indem nur eine Teilmenge mit dem berechneten Kalk für die Gesamtmenge entsäuert wird. Diese Teilmenge wird später wieder der Gesamtmenge hinzugegeben.

- Bei der Durchführung der Entsäuerung wird die berechnete Menge Kalk vorgelegt und mit Most oder Wein angeteigt.

- Die Zugabe des Mostes oder Weines erfolgt unter ständigem rühren um das Kohlendioxid aus der Flüssigkeit auszutreiben (vermeiden einer pH-Wert-Senkung durch Kohlensäure).

- Der Kalt muss rasch mit den Säuren aus Most oder Wein reagieren, um Doppelsalzkristalle bilden zu können. Bei einer zu langsamen Reaktion sinkt der pH-Wert unter 4,5 und es werden keine Doppelsalzkristalle gebildet.

Eine Entsäuerung kann auch mit Hilfe von Bakterien durchgeführt werden. Beim biologischen Säureabbau (BSA) wird Äpfelsäure durch Bakterien abgebaut. Der BSA kann sponntan beginnen oder mit Hilfe von Starterkulturen eingeleitet werden. Auch ein sauberer BSA benötigt Rahmenbedingungen, um den gewünschten Effekt zu erzeugen.

- Die Temperatur sollte zwischen 18 und 24°C liegen

- Der Alkoholgehalt sollte nicht höher als 13%vol. sein

- Der SO2 Gehalt sollte unter 20 mg/l liegen (Idealerweise sollte überhaupt kein SO2 Gehalt vorhanden sein)

- Bei Äpfelsäuregehalten über 8 g/l kann eine Vorbehandlung mit chemischen Verfahren (Vorentsäuerung) notwendig werden, um einen vollständigen Säureabbau zu gewährleisten.

Liegt die Gesamtsäure unter 9 g/l kann mit einer Feinentsäuerung der Endsäuregehalt genau eingestellt werden. Voraussetzung ist ein ausreichend vorhandener Weinsäuregehalt, da bei einer Feinentsäuerung nur Weinsäure ausgefällt wird.  Da das entstehende Kaliumhydrogentartrat in der Kälte wesentlich schneller ausfällt, kann durch anschließende Kühlung oder das Kontaktverfahren eine sehr schnelle Stabilisierung erreicht werden.

Tipps zum Rebschnitt und Biegen nach dem Hagel Donnerstag, 25. November 2010

Der Bogrebenschnitt ist in der Praxis die übliche Schnittform. Ob sie jedoch nach einem Hagelschaden anzuwenden ist, hängt vom Schädigungsgrad ab und kann durch einen einfachen Test geklärt werden.

Ein paar Stöcke sollten probeweise geschnitten und gebogen werden, halten diese Ruten mehrere Tage dem Biegetest stand, kann auf Bogrebe geschnitten werden.

Das ist möglich da oft Schäden nicht zur Minderversorgung der Trauben oder zu Leitbahnbeschädigungen führen. Dieser Rebschnitt und das anschließende Biegen ist nach einem Hagel jedoch oft sehr Zeitintensiv. Zum einen können nur möglichst wundenfreie Ruten angeschnitten werden, was ein genaues ansehen des Zielholzes erfordert. Zum anderen muss das Biegen mit besonderer Vorsicht erledigt werden da beschädigte Ruten sehr schnell brechen. Es sollte darauf geachtet werden, dass die Wunden sich möglichst auf der Unterseite befinden. Empfehlenswert ist es bei Nässe zu biegen da die Ruten nicht so schnell brechen. Bei kritischen Stöcken ist es von Vorteil beim Rebschnitt eventuell eine Ersatzrute stehen zu lassen die nach einem guten Austrieb wieder entfernt werden kann.

Bei starkem Schaden  bleibt vielen Winzern nichts weiter übrig, als auf alternative Rebschnitt- und Biegeformen auszuweichen, schließlich geht es um die Sicherstellung des Ertrages im kommenden Jahr.

Zeigt sich beim Bogenschnitt eine erhöhte Bruchgefahr muss beim Biegen der Biegungsgrad verringert werden. Ein Flachstreckerschnitt ist in diesem Fall das Mittel zur Wahl. Es handelt sich dabei um eine oder zwei  kurz angeschnittene Bogreben, die flach auf den obersten Biegdraht aufgebunden werden.

Nach einem stärkerem Hagel stellt der V-Kurzstreckerschnitt eine Schnittmöglichkeit dar. Hierbei werden zwei kurze Ruten angeschnitten die an dem oberen Biegdraht in Form des Buchstaben V angebunden werden. Durch diese Form werden die Ruten nicht durch eine starke Biegung belastet.

Der Kordonschnitt stellt nach schweren Hagelschäden oft die beste Alternative dar. Sein Prinzip beruht darauf, dass einjährige Triebe auf der gewünschten Länge auf so genannte Zapfen geschnitten werden. Das Anschnittniveau an sichtbaren Augen beim Kordonschnitt sollte das des sonst üblichen Bogrebenschitts nicht wesentlich überschreiten. Als Faustregel gilt oft: mindestens eine Scherenlänge am Bogen zwischen zwei Zapfen. Restliches einjähriges Holz sollte sauber entfernt werden. Die verbleibenden Zapfen sollten oben auf dem Kordonarm sein. Abwärts und seitlich stehendes Holz ist zu entfernen um im Triebe mit aufrechter Wuchsrichtung zu fördern.

Wenn Sie noch Fragen zum Rebschitt oder zu anderen weinbaulichen Themen haben, können Sie uns gerne schreiben unter info@weinbau24.de . Oder Sie rufen an unter der Nummer: 0351–48 28 98 0.

In den Anbaugebieten Sachsen und Saale-Unstrut beraten wir Sie auch gerne vor Ort oder übernehmen Ihren Rebschnitt.

II. Praxisbeispiel Rotwein Dienstag, 28. September 2010

28.09.2010

Unsere Rotweinmaische ist im 60l Speidelfass bis auf 1°Oe durchgegoren. Wir haben ihn heute gekeltert um die Restwärme der Gärung zu nutzen und schnellsmöglich den biologischen Säureabbau zu beginnen. Wir haben zuerst den Wein mit einem Mostsieb und einem Silikonschlauch aus der Maische in einen Eimer abgezogen. Anschließend haben wir die restliche Maische mit einer 5l Fruchtpresse gekeltert. Als Starterkulturen für den biologischen Säureabbau verwendeten wir die Wyeast 4007 Malolactic. Diese gaben wir vorbereitet in einen 34l Glasballon in den wir anschließend den gesamten Wein nochmals durch den Mostsieb zugegeben haben. Um den Wein mehr Fülle zu geben und einen leichten Holzgeschmack zu erhalten haben wir 1 g/l medium Holzchips zugegeben. Nun warten wir ab das der biologische Säureabbau sauber verläuft und werden sehen wie sich der Wein entwickelt. Anschließend noch ein paar Fotos zum aktuellen Stand.

Nerdprojekt – “Weinlese und Flaschengärung” Donnerstag, 16. September 2010

unsere Jungs von der Technik haben Ihre “Drohung” ernst gemacht und die Trauben an den 10 Stöcken auf unserem Büro/Lagerdach heute bei sonnigen Temperaturen gelesen. Der Leseeimerboden war gerade so bedeckt.  Dennoch war der Spass grenzenlos, als Basti die Trauben per Hand entrappte und mit Hilfe einer 2l Minipresse zu Most verarbeitete.  Obwohl nur zwei rote Trauben unter den Trauben vom Dach waren, haben wir einen recht roten Most erhalten. Der Oechslegrad von 76° lag trotz bester Dachlage unter unseren Erwartungen.

Eine weißglas Bordeaux Flasche hat zudem völlig als Gärbehälter ausgereicht und musste sogar mit anderen Most aufgefüllt werden.  Die Hoffnung bleibt aber, dass wir alle einen kleinen Schluck Wein am Ende ergattern können.

Ein paar Eindrücke gibt’s auf den folgenden Fotos.

IV Praxisbeispiel für faules und unreifes Lesegut Dienstag, 14. September 2010

14.09.2010

Die Kitzinger universal Trockenhefe hat schon mit der Arbeit begonnen. Die flüssige Hefe hat noch keine Aktivität gezeigt.

III Praxisbeispiel für faules und unreifes Lesegut Dienstag, 14. September 2010

13.09.2010

Am nächsten Tag hatte sich der Trub sehr gut am Boden des 100l Speideltanks abgesetzt, so dass wir gleich mit dem Abziehen beginnen konnten.  Der Most hatte naturgemäß viel Säure (13 g/l) und ein Mostgewicht von 65°Oe.

Wir haben den Most in drei verschiedene Glasballons (2 – 20Liter ; 1- 15Liter Glasballons) umgefüllt und mit drei verschiedenen Hefen einen vergleichenden Ausbau begonnen.  Wir haben dazu zwei grundsätzlich verschiedene Hefen ausgewählt,  eine flüssige Hefe wyeast Weinhefe 4766 Cider (A) und eine Trockenhefe Kitzinger All Purpose (B).

Der “Rest” (C)wird in einem 15l Glasballon mit einer Bioferm Trockenhefe Cool vergoren und soll dann nach der Vergärung eventuell noch auf die beiden größeren Ballons verteilt werden.

Da die Flüssighefe wyeast Weinhefe 4766 Cider bereits beim Gäransatz mit Nährsalzen versorgt wird haben wir den beiden Trockenhefen zum Start schon eine halbe Nährsalzgabe von 3 g/10l Vinoferm Nutrisal zugegeben um ähnliche Bedingungen zu schaffen.

II Praxisbeispiel für faules und unreifes Lesegut Dienstag, 14. September 2010

12.09.2010

Das Lesegut ist gleich mit 1g/10kg CAMPDEN – Kaliummetabisulfit und 6ml/10kg Zymex Liquid behandelt wurden.  Nach dem Transport der Trauben in unser Lager haben wir eine Fruchtpresse Typ 25 eingesetzt.  Mit Hilfe eines großen 35cm Trichter und dem passenden Sieb wurde der Most gleich von groben Bestandteilen und Teilchen in einen 100 l Speidelmostfass geleitet.  Zum Schluss haben wir  50 g Granucol GE zu den ca. 55 Liter Most eingemischt.