Das BEGEROW-Branchenteam Wein informiert heute im BEGEROW Newsletter über den…
Der Entwicklungsstand der Reben – Informationen aus den einzelnen Weinanbaugebieten
DLR Mosel (Stand 26.04.2012)
Entwicklungsstand: Wollestadium bis Knospenaufbruch
Die Rebenentwicklung ist durch die kühle Aprilwitterung weitgehend stehen geblieben. In sehr guten Lagen befinden sich die Knospen kurz vor dem Austrieb. Die vorhergesagte Wetterlage mit steigenden Tages- und Nachttemperaturen zum Wochenende (28.04/29.04.2012) lässt den allgemeinen Austrieb in der jetzigen Woche erwarten. Dies entspricht etwa dem langjährigen Durchschnitt. In der Frostnacht am 17. April, mit lokal unterschiedlichen Tiefsttemperaturen, kam es Lagen- und Rebsorten- bedingt zu Schäden, jedoch nicht flächendeckend.
DLR Bad Kreuznach – Nahe / Mittelrhein (Stand 25.04.2012)
Dank des bisher anhaltend kühlen Wetters wehren sich die Reben hartnäckig und erfolgreich gegen den Austrieb! Seit dem 18.4. ist im Weinberg nicht viel Sichtbares passiert. Ein krasser Gegensatz zu Aprilmonaten, wie wir sie in den letzten Jahren häufiger hatten, in denen aufgrund sommerlicher Wetterphasen die Vegetation regelrecht explodiert ist. So dauerte es 2009 nur 6 Tage vom Knospenschwellen bis zum Austrieb. Für dieses Jahr sind es bereits 22 und es werden noch ein paar wenige hinzukommen. Nachfolgend ein paar Ver-gleichsdaten:
Mit der massiven Erwärmung am Wochenende ist das phänologische Stadium Austrieb am Sonntag (29.04.2012) oder Montag (30.04.2012) erreicht worden.
Obwohl der April seinem traditionellen Ruf als launischer Monat gerecht geworden ist, hat sich am Wasserdefizit nichts Nennenswertes geändert. Es hat zwar an 12 von bisher 24 Tagen geregnet, in der Summe sind aber bisher leider nur 19 mm zusammengekommen. Dennoch ist die Situation nicht mit dem extremen Frühjahr 2011 vergleichbar, das nicht nur ungewöhnlich sonnig und dauerhaft warm war, sondern sogar bis Ende Mai (nur 10,8 mm im Mai) extrem trocken blieb. Auch dazu für Bad Kreuznach einige Vergleichsdaten:
Der Nachtfrost vom 16. auf den 17. April hat nur lokal begrenzt seine Spuren hinterlassen. Punktuell wurden zwar Ausfälle bis zu 50 % beobachtet, aber es handelt sich offensichtlich um keine großen Flächen; vorwiegend in aufgrund der Topographie gefährdeten Lagen an der unteren Nahe und Richtung Rheinhessen, wo die Augen überwiegend im fortgeschrittenen Wollstadium steckten.
DLR Rheinpfalz (Stand 25.04.2012)
Spätfrostgefährdung weiterhin gegeben – Pflanzungen nun durchführen!
Durch die recht kühle, aber für April typische Witterung, sind die Reben in ihrer Entwicklung in den vergangenen Tagen weitgehend stehen geblieben. Viele Augen verharren noch im Stadium Knospenschwellen bis Wollestadium. In geschützten Lagen und bei früh austreibenden Sorten wie Morio-Muskat oder Portugieser schimmern die Reben bereits grün. Vielfach zeigen die Augen auf ein und derselben Bogrebe sehr unterschiedliche Austriebsstadien vom Knospenausbruch bis Zweiblattstadium. Diese Entwicklung ist bei kühlen Temperaturen häufiger festzustellen und noch kein Grund zur Sorge, eine Wuchsangleichung wird bei günstiger Witterung rasch stattfinden.
Bisher geringe Schäden durch Spätfröste
Verbreitet sind in der Nacht zum 17. April Fröste bis unter -4° C auf der Höhe der Bogreben aufgetreten. Am Boden waren die Temperaturen stellenweise noch tiefer. Glücklicherweise halten sich die Schäden im Weinbau sehr in Grenzen. Die Rebenentwicklung war noch nicht so weit fortgeschritten, dass diese Temperaturen große Schäden anrichten konnten. Triebe, die bereits erste Blätter abgespreizt hatten, waren dagegen gefährdet. Vor allem an bereits weit entwickelten Junganlagen hat es vereinzelt über 30% Triebschäden gegeben. Im Vergleich zum Vorjahr sind jedoch die Beiaugen noch austriebsfähig und werden sicherlich für einen Ausgleich sorgen. Mit dem Biegen der Frostrute ist bei leicht geschädigten Reben noch abzuwarten, ob nicht die Beiaugen als Ausgleich der Schäden ausreichen. Zudem sind stehende Frostruten geschützter vor bodennahen Frösten als gebogene.
Winterfrost und hagelgeschädigte Reben
Die tiefen Temperaturen von Anfang Februar dieses Jahres haben kaum Augenschäden verursacht. Ob vereinzelt in Junganlagen Stammschäden aufgetreten sind, wird sich erst nach dem Austrieb zeigen. In kritischen Senkenlagen sollte beim Ausbrechen sicherheitshalber noch ein Bodentrieb belassen werden, der bei festgestellten Schäden
zum Neuaufbau des Stämmchens herangezogen werden kann. Vielfach wurden die Winterfrostschäden an den Stämmen aus 2010 (Kambiumschäden) erst im
Laufe des Sommers 2011 im vollen Umfang ersichtlich. Die Folge waren teilweise im Leitgewebe unterbrochene Stämmchen. Die Reben trieben anfangs zwar normal aus, stagnierten dann und wurden später gelb bzw. rötlich im Laub. Sie sind schließlich zum Spätsommer/Herbst vollständig abgewelkt, lediglich die Veredlung schnitt sich im
Winter noch grün.
Region Bad Mergentheim (Stand 24.04.2012)
Die seither sehr kühle Witterung hat den Vegetationsstart bis jetzt verhindert. Der erste bange Blick, nach dem Aufstehen, galt dem Thermometer und sehr oft lagen die Temperaturen unter dem Gefrierpunkt und die Gefahr der Frostnächte scheint noch nicht beendet zu sein. Die Kühlphase im April hat das Rebenwachstum stark gebremst und das war gut so. Bei fortgeschrittener Rebenentwicklung hätten die Minustemperaturen von bis zu -7°C, in der Nacht zum 17. April, sicherlich zu weitaus höheren Spätfrostschäden geführt. Ende April 2011 waren je nach Lage und Sorte bereits zwischen 2 und 8 Blätter entwickelt.
Zur Zeit befinden sich die Reben, in normalen Anlagen, zwischen Wollestadium und Knospenaufbruch. Zum Monatswechsel April/Mai ist es deutlich wärmer und die Vegetation wird dann in Schwung kommen. Bis zu den Eisheiligen Mitte Mai sind es dann noch zwei Wochen, in denen der bange Blick immer wieder zu den Wettervorhersagen geht.
Sorgen bereitet die anhaltende Trockenheit. Die geringen Niederschläge die bis jetzt gefallen sind, können die angespannte Situation nicht verbessern. Sollten die Bodenwasservorräte nicht baldmöglichst aufgefüllt werden, könnten auch die Ertragsanlagen bald darunter zu leiden haben. Derzeit wirkt sich die Trockenheit im Oberboden auf die frisch gepflanzten Junganlagen aus. Nach der Pflanzung sollten diese daher mit ca. 3 Liter Wasser angegossen werden. Dies gilt besonders auch für Maschinenpflanzung.
Region Kaiserstuhl (Stand 26.04.2012)
Der April bewahrte sein Gesicht: kühl und regnerisch. Die Regenmengen liegen in Südbaden im Schnitt bei rund 60 – 70 mm. Auffallend sind die deutlich geringeren Regenmengen im Bodenseeraum. Diese Umkehrung ist in den letzten Jahren öfters zu beobachten. Die Vegetationsentwicklung verläuft nach wie vor verhalten. Wir befinden uns im Stadium „Knospenaufbruch“ bis „Grüne Treibspitze sichtbar“. Wie immer in kühlen Phasen sieht man die sehr geschützten Weinberge, die schon fast das zweite Blatt entfaltet haben. In den kommenden Tagen wird mit den angesagten höheren Temperaturen eine Beschleunigung der Entwicklung, die Natur ist gerichtet. Mit dem Wonnemonat Mai zeichnet sich ein Ende der kühlen Phase ab, sofern die Wetterprognosen so eintreten.
Region Heilbronn (Stand 23.04.2012)
Die Kühlphase im April hat das Rebenwachstum stark gebremst. Und das war gut so, denn deutliche Minustemperaturen bis zu minus 5° C in der Nacht zum 17. April hätten bei weiter fortgeschrittener Entwicklung ganz sicher zu starken Spätfrostschäden geführt. So sind lediglich einzelne Knospen, die schon etwas weiter entwickelt waren, den Temperaturen zum Opfer gefallen. Zur Zeit befindet sich das Rebstadium in normalen Anlagen zwischen Wollestadium und Knospenaufbruch. Ende April 2011 waren je nach Lage und Sorte bereits zwischen 2 und 8 Blätter entwickelt. Zum Monatswechsel April/Mai wird die Vegetation in Schwung kommen.
Bis zu den Eisheiligen Mitte Mai sind es dann noch zwei Wochen, in denen der bange Blick immer wieder zu den Wettervorhersagen geht. Der Oberboden ist durch die niederschlagsarmen Monate Februar, März und April sehr trocken. Frisch gepflanzte Anlagen sollten nach der Pflanzung mit ca. 3 Liter Wasser je Rebstock etwas gewässert werden. Dies gilt besonders auch für Maschinenpflanzung. Für Ertragsanlagen besteht noch längst keine Sorge wegen der Trockenheit. Erst wenn der gesamte Mai ebenfalls unterdurchschnittliche Niederschlagsmengen brächte, kann auf Trockenstandorten an Wassergaben gedacht werden. Besonders bei steileren Weinbergen sollte bei offenen Böden auf ausreichenden Erosionsschutz geachtet werden.
(Quelle: http://www.begerow.com/index.php?id=711)