Der Pilz pseudopezicula tracheiphila aus der Ordnung der Helotiales befällt die Reben nicht ohne Vorwarnung, vielmehr hat der Rotte Brenner eine mehrjährige Aufbauphase. Der Blattbefall wird Ende Mai bis Anfang Juni zum ersten Mal sichtbar. Die sogenannten Rotbrennerlagen treten vorallem an flachgründige, steinige, humusarme, trockene Hanglagen auf und befallen den dort häufig angebauten Riesling Der unterschiedliche Befall bei Weißwein- und Rotweinsorten lässt nur schwer auf eine gemeinsame Krankheitsursache schliessen. So treten große, helle, später gelbbraune und von den Blattnerven begrenzte Flecken bei Weißweinsorten auf und hingegen tief- bis rubinrote Flecken bei Rotweinsorten.
Auch andere Rebbestandteile können befallen werden und befallenes Gescheine kann vertrocknet.
Ein wirtschaftlicher Schade entsteht dann in Folge des Blattwerkverlustes. Ein zweiter Befall im Spätsommer ist zudem nicht ausgeschlossen.
Der Pilz überwintert im abgeworfenen Laub. Im Frühling bildet er bei ausreichender Bodenfeuchtigkeit und Temperaturen über 10°C schwärzliche, schüsselförmige Fruchtkörper mit einem Durchmesser von 0,5mm. Diese setzen, insbesondere nach Niederschlägen im April und Mai, Nebensporen frei, die die frischen Blätter der Weinpflanzen befallen.

Die Bekämpfung sollte frühzeitig und vorbeugend stattzufinden, das heißt wenn vier bis fünf Blätter entwickelt sind, sollte gespritzt werden . Ausserdem kann schon die Beseitigung des befallenen Laubes des Vorjahres die Pilzausbreitung im neuen Jahre erheblich reduzieren.





