Traubenwickler – Falterflug gibt erste Warnung Samstag, 05. September 2009

Die Rebtraubenwicklerarten zählen auch aktuell zu den gefährlichsten Rebschädlingen im deutschen Weinbau. Besonders die zweite Generation dieser Insekten sorgt für große Schäden im Weinberg. Der Larvenbefall zieht massive Probleme mit Botrytis und Fäulnis nach sich. Es ist daher sicher von Vorteil, wenn man der scheinbar mäßigen ersten Generation der Rebtraubenwicklern alle verfügbaren Mittel entgegensetzt. Wichtig ist dabei aber alle Informationen zur Population und zur Entwicklung der Schädlinge in Erfahrung zu bringen.  Mit Pheromonfallen lassen sich erste Rückschlüsse auf die Populationsentwicklung der Traubenwickler ziehen.  Die männlichen Falter der zweite Generation schlüpfen im Juni und Juli und sind einige Tage vor dem Schlupf der Weibchen im Weinberg auffindbar. Die Eiablage der Weibchen erfordert vom Weinbauern ein genaue Kontrolle der Reben. Die meist einzeln und auf Beerchen und Stielen abgelegten Eier sind mit bloßem Augen bzw. mit einer Lupe zu erkennen. Kältere oder feuchte Witterung kann die Eiablage verzögern, eine weitere Kontrolle ist dann notwendig. Die intensive Suche nach Eiern und die damit verbundene Kenntnis zum Populationsstand sind wichtige Voraussetzungen für den gezielten Einsatz von Insektiziden. Denn auch bei den Insektiziden ist ein Resistenzmanagement dringend geboten. Überdies kann der Einsatz der zugelassenen Insektiziden genau auf die Entwicklung der Traubenwickler abgestimmt werden. Die Larven nehmen beispielsweise den Wirkstoff am besten auf, wenn sie sich gerade durch das Ei fressen bzw. beim einbohren in die Beere.

In den betroffenen Flächen und Weinbergen ist die Bekämpfung von beiden Arten (Einbindiger und Bekreuzter Traubenwickler) an landesrechtliche Vorschriften gebunden. Eine Information bei den zuständigen Ministerien zur Vorgehensweise und einer adäquaten Dokumentation ist dringend zu empfehlen.