Das sächsische Weinland – Weingut Walter Schuh Freitag, 26. Februar 2010

Die Familie Schuh betreibt ihren Weinbau Familienbetrieb in einem ehemaligen Bauerngut im prämierten Winzerdorf Sörnewitz im Zentrum des sächsischen Anbaugebietes. Bereits 1990 gründetet die Familie Schuh ihr Weingut neu und bewirtschaftet ca. 4,5 ha Rebfläche, die sich vorallem in Steillage befinden.
Die in Terrassen angelegten Einzellagen Kapitelberg und Klausenberg im Spaargebirge liegen auf Granit – Syenit Verwitterungsböden. Besonders die Einzellage Klausenberg wird vom Weingut Schuh exklusiv vermarktet und befindet sich im Alleinbesitz der Familie.

Mit dem Jahr 1993 hat Walter Schuh mit der Umstrukturierung der gesamten bewirtschafteten Rebfläche gegonnen. Die neue Pflanzung, mit traditionellen Rebsorten, standen bewusst unter der festen Absicht der Fortführung des Weinbergsterrassenbaus und dessen Förderung. Der typische Terrassenanbau bewirkt eine besondere Ausprägung der Aromen, die nicht nur die Besitzer des Weingutes, sondern vorallem von dessen Kunden geschätzt wird.
Das Weingut Schuh hat einen vergleichbaren hohen Anteil an Rotweinreben. Der Ausbau von Rotweinen zählt auch zu einem Schwerpunkt im Familienbetrieb. Die Kellerei befindet sich im Weingut und legt besonderen Wert auf schonende Traubenverarbeitung sowie eine Kellerbehandlung unter ökologischen Aspekten.

Weißwein:  Elbling, Riesling Traminer, Weißer Burgunder, Kerner, Goldriesling, Grauer Burgunder

Rotwein:  Blauer Spätburgunder, Regent, Dunkelfelder

Weinbau und Weinkonsum Freitag, 26. Februar 2010

Weinbau und Weinkonsum sind seit jahrtausenden Teil des europäischen Kulturguts. Die Europäische Union ist heute der weltweit größte Produzent und Exporteur von Wein und anderen Weinprodukten. Wein war und ist seit je her ein natürliches und ganz besonderes Produkt. Sein Geschmack, seine Textur, sein Körper, seine Farbe und sein Sortenreichtum machen den Wein zu einem vielfälltig eingesetzten Nahrungs- und Genussmittel.
Innnerhalb der EU gelten zur Wahrung der Authentizität und der Qualität des Weines, angefangen bei Weinanbau im Weinberg bis zum Verkauf an den Verbraucher umfangreiche und zum Teil strikte Regularien und Gesetze.

Ein verantwortungsvoller und nachhaltiger Weinbau geht mit einem verantwortungsvollem Weinkonsum Hand in Hand, denn wer Wein in vollen Zügen genießen will, sollte sich ein wenig für den Weinbau und den gesamten Prozess der Weinerzeugung interessieren. Viele Parallelen zwischen Weinkonsum und Weinbau unterstreichen diese Wechselwirkung.

So könnte ein kleiner Einblick über die Hintergründe zu besonderen Aromen oder zum einzigartigen Charakter eines Weines durchaus hilfreich sein den Genuss zu vergrößern und könnte gleichzeitig  auch ein Verständnis für Qualität und Preis vermitteln. Auch die Trinkkultur unterstützt unseren Geschmack, gerade dann wenn wir uns Zeit nehmen oder Wein zu einem guten Essen trinken.Nur wer Wein langsam und moderat trinkt, kann seine komplexen Geschmacksnoten vollends schätzen und genießen. Maß halten im Weinkonsum ist dabei umso wichtiger und findet sich immer stärker im Weinbau in langfristige Entwicklungs- und qualitätsorientierten Ertragszielen. Eine kurzfristige und quanitative Absatzorientierung kann nur zu einer Endwertung einer Jahrtausenden gewachsenen Kulturgutes führen und muss von allen Beteiligten, Weinerzeugern, Händlern und Kunden verhindert werden.

Das sächsische Weinland – Winzergenossenschaft Meissen e.G. Freitag, 26. Februar 2010

Mit über 1800 Genossen bewirtschaftet die Winzergenossenschaft Meissen rund 165 ha Rebfläche in Sachsen und zählt mit einer Produktion von ca. 800 000 Flaschen pro Jahr zu den größten Weinbau- und Weinerzeugern in Sachsen. Die Flächen der Winzergenossenschaft sind über die gesamte Länge der Sächsischen Weinstraße verteilt. Die Böden sind vorwiegend von Granitverwitterung, Löß und geringfügig von Sandböden geprägt. Der Weinbau der Winzergenossenschaft beinhaltet auch die Bewirtschaftung besonders exponierter Lagen in Sachsen, beispielsweise Proschwitzer Katzensprung, Seußlitzer Schlossweinberg, Pillnitzer Königlicher Weinberg und Radebeuler Goldener Wagen. Die große Masse der Rebflächen wird in Form des traditionellen Terrassenweinbaus bewirtschaftet. Neben traditionellen sächsischen Rebsorten wie Goldriesling, Gutedel und Müller-Thurgau werden auch Bacchus, Kerner, Riesling, Scheurebe, Morio Muskat, Traminer, Grau-, Weiß- und Spätburgunder, Dornfelder, Portugieser, Regent, Domina und Schwarzriesling angebaut.

In der Vergangenheit hat sich die Winzergenossenschaft auch erfolgreich für den Erhalt und die Pflege der Sachsenflasche – Sachsenkeule – verdient gemacht und somit geholfen ein Alleinstellungsmerkmal und eine Qualitätszuordnung des sächsischen Weines zu etablieren.

Weinbau24 for “Wine in Moderation” Freitag, 26. Februar 2010

Wir sind auf das Projekt „Wine in Moderation“ aufmerksam geworden und sind von der Idee stark begeistert. Die Erklärung, was „Wine in Moderation“ genau ist,  überlassen wir den Organisatoren des Programms…

Das Programm „Wine in Moderation“ ist das messbare Engagement des europäischen Weinsektors, auf der Grundlage wissenschaftlich fundierter Informationen, einer breit angelegten Aufklärung und einer Selbstregulierung des Sektors einen effizienten und spezifischen Beitrag zur Verringerung alkoholbedingter Schäden zu leisten. “Wine in Moderation” stellt den Beitrag des Weinsektors zum Forum „Alkohol und Gesundheit“ dar, das von der Europäischen Kommission im Rahmen der EU-Strategie zur Unterstützung der Mitgliedstaaten bei der Verringerung alkoholbedingter Schäden eingerichtet wurde. Das Forum „Alkohol und Gesundheit“, an dessen Arbeiten sich der europäische Weinsektor aktiv beteiligt, möchte die Koordination zwischen den teilnehmenden Akteuren übernehmen, sodass erfolgreiche Bestrebungen mit potentiellen Partnern aus der gesamten EU geteilt werden können.

“Wine in Moderation” ist eine Initiative des gesamten europäischen Weinsektors. Es zielt darauf ab, den verantwortungsvollen Konsum von Wein und Weinerzeugnissen zu fördern und die Botschaft zu verbreiten, dass Wein ein erstklassiges, und in Maßen zu genießendes Produkt ist. Darüber hinaus möchte es die Stakeholder und die Öffentlichkeit über die sozialen und gesundheitlichen Risiken eines exzessiven Konsums und Missbrauchs aufklären, gleichzeitig einen kulturellen Wandel in der Einstellung gegenüber dem Konsum alkoholischer Getränke herbeiführen und moderaten Genuss modern machen. “Wine in Moderation” möchte den gesamten europäischen Weinsektor mobilisieren, Partnerschaften mit Stakeholdern auf staatenübergreifender (EU), nationaler und lokaler Ebene einzugehen und bereits bestehende einzelstaatliche Initiativen zu ergänzen und auszubauen.

Trinkmuster sind in und zwischen europäischen Kulturen tief verwurzelt. Zusammen mit einer gewissen Tradition kann dieser Sachverhalt die Geschwindigkeit des Einstellungs- und Verhaltenswandels verlangsamen. In der Tat wird exzessives Trinken in bestimmten Kulturen nicht als sozial unerwünscht oder inakzeptabel gewertet. Daher müssen andauernde und langfristige Initiativen zur Bekämpfung eines schädlichen Konsums alkoholischer Getränke an Regionen und Kultur angepasst sein. Sie müssen moderaten Genuss und Verantwortungsbewusstsein beim Konsum alkoholischer Getränke als soziale Norm hervorheben. Die Herausforderung mag riesig erscheinen, doch letzten Endes wird das Ziel erreichbar sein. Denn auch wenn bestimmte Kulturen mehr alkoholbedingte Probleme erfahren als andere, so besteht die allgemeine soziale Norm in Europa im Grunde genommen doch in einem moderaten, problemfreien Konsum. Kritisch ist allein der gefährliche und schädliche Konsum, nicht der Konsum als solcher.

Als Reaktion auf den Bedarf breit angelegter Studien zur Untersuchung der sozialen und kulturellen Aspekten des Trinkverhaltens in Europa wird derzeit in Zusammenarbeit mit den europäischen Organisationen eine europäische Weininformationsplattform (Wine Information Council) eingerichtet. Diese Einrichtung verfolgt das Ziel:

* „beste Praktiken“ innerhalb der Organisationen des europäischen Weinsektors in den Mitgliedstaaten der EU auszutauschen;
* ein Verfahren und eine Struktur für eine zentrale Weindatenbank zu entwickeln, um:
* den Informationsfluss zwischen den diversen nationalen und lokalen Vereinigungen, die sich mit Wein- und Gesundheits-/Sozialaspekten befassen,     zu koordinieren und sicherzustellen, dass die Informationen für sämtliche Stakeholder einfach zugänglich sind;
* alle relevanten, wissenschaftlich fundierten Informationen zu konsolidieren;
* zusätzliche Forschungsarbeiten unabhängiger, anerkannter Forscher in Bezug auf interessante und/oder relevante Aspekte anzuregen.

In seiner führenden Rolle als Vermittler eines moderaten und verantwortungsbewussten Weinkonsums als kulturelle Norm wird der Weinsektor dazu beitragen, unsachgemäßem Konsum und Missbrauch von alkoholischen Getränken vorzubeugen, indem er Jugendlichen und Erwachsenen erlaubt, auf Informationen basierte Entscheidungen zu treffen. Dieses Ziel soll über Partnerschaften und Kooperationen mit zuständigen Behörden und anderen Stakeholdern erreicht werden, die an einer Verringerung alkoholbedingter Schäden sind. Dieser auf moderaten Genuss abgestellten Gemeinsamen Botschaft werden Schlüsselelemente entnommen, die in gezieltes, für alle Altersklassen geeignetes Kommunikationsmaterial – einschließlich einer Corporate-Style-Informationsbroschüre und einer didaktischen „Art de Vivre“ – oder Life-Skills-Präsentation – eingearbeitet werden. Gegenstand des betreffenden Materials werden Themen wie gesunde Konsummuster beim Weinkonsum, Risiken im Zusammenhang mit gefährlichem und schädlichem Konsum oder auch der entsprechende rechtliche Rahmen sein.

Das Herzstück zur Kommunikation der Botschaft eines moderaten, verantwortungsvollen und vernünftigen Konsums wird das „Art de Vivre” – Aufklärungsprogramm sein, dessen Schwerpunkte darin bestehen sollen:

* Industrie und Verbraucher aktiv darin auszubilden, einen kulturellen Wandel in der Einstellung gegenüber dem Konsum alkoholischer Getränke herbeizuführen und moderaten Genuss modern zu machen
* Weinliebhaber dazu zu bringen, einen moderaten und verantwortungsvollen Konsum als Teil eines gesunden Lebensstils anzunehmen
* die Verbraucher mit den Risiken eines unsachgemäßen und missbräuchlichen Konsum alkoholischer Getränke sowie den Nutzen eines maßvollen Weinkonsums vertraut zu machen und ihnen auf diese Wiese zu erlauben, aufgeklärte und verantwortungsbewusste Entscheidungen zu treffen.

Nicht zuletzt ist der europäische Weinsektor starker Verfechter einer verantwortungsvollen kommerziellen Kommunikation. Alle an Verbraucher gerichteten Werbebotschaften sollten von gesundem Menschenverstand geprägt sein. Der Weinsektor bekräftigt sein Engagement für sämtliche Formen der Weinvermarktung, bei denen die Botschaft des moderaten Konsums kommuniziert wird. Zu unterbinden ist kommerzielle Kommunikation an eine Zielgruppe, die das erforderliche Mindestalter für den Konsum alkoholischer Getränke noch nicht erreicht hat, oder die irreführend wirken könnte.

Zu diesem Zweck hat der europäische Weinsektor eine Reihe spezifischer Weinkommunikationsstandards für Werbebotschaften in bezüglich Wein und Weinerzeugnisse definiert. Diese Standards basieren auf bestehenden nationalen Selbstbeschränkungskodizes, die darauf abzielen, die Traditionen der Präsentation, Kommunikation und Verfügbarkeit gegenüber den Verbrauchern zu stärken und sie auf diese Weise zu einem moderaten und verantwortungsvollen Weinkonsum zu bewegen. Darüber hinaus sprechen sie eine Reihe von Empfehlungen im Hinblick auf Vermarktungsmethoden und Werbepraktiken aus. Leitlinien zu der Frage, wie die Botschaft des moderaten Genusses und des Verantwortungsbewusstseins beim Weinkonsum ein- und umzusetzen ist, wurden ebenfalls erstellt.

Weitere Info’s und Teilnahmebedingungen sind unter  www.wineinmoderation.eu abrufbar.                                                                                  Quelle: www.wineinmoderation.eu

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Das sächsische Weinland – Weingut Jan Ulrich Samstag, 20. Februar 2010

wir möchten natürlich im Weinbau Blog auch die Weingüter unserer Region und des  sächsischen Weinland vorstellen.

Das Weingut Jan Ulrich besteht seit 1992 und hat in der Region eine beachtliche Entwicklung genommen. Begonnen hat Jan Ulrich  im April 1992 mit 7 Hektar Rebfläche bei Golk in der Nähe von Diesbar-Seußlitz. Die Weinberge im Elbtal gehören zum 2. kleinsten Qualitätsweinanbaugebiet in Deutschland. Die Weinberge in Diesbar zählen zum Bereich Meißen und laufen unter der Bezeichnung der Großlage  „Seußlitzer Schlossweinberg“.  Die Rebflächen des Weingutes  umfassen  Seußlitzer Heinrichsburg und seit  2006  auch einen Weinberg in Löbsal.

Der Ausbau der Weine und die Erweiterung der Rebflächen um mehrere Hektar folgten im Jahretakt.  Die Kellerei von Jan Ulrich ist seit 2007 in einem neuen Gebäude direkt neben der Gaststätte Rosengarten untergebracht. Wichtig für die Weinbau Region ist sicher der forcierte Anbau von Goldriesling, einer Weinsorte, die nur noch sehr selten in Sachsen zu finden war.

Wer sich ein Bild vom Weingut Jan Ulrich machen möchte, nutzt den Tag des offenen Weingutes vom 28. – 29. August 2010 für einen kleinen Besuch in „Sachsens Riviera“, dem Elbweindorf  Diesbar-Seußlitz.  Am Brummochsenloch 21 in Diesbar-Seußlitz ist dann am Samstag von 10.00 Uhr bis open end und am Sonntag von 10.00 Uhr bis 20.00 Uhr ein intensiver Einblick in das Weingut und die Kellerei möglich.

Reberziehung von Baum- bis Umkehrerziehung Freitag, 19. Februar 2010

Die Reberziehung bezeichnet im Weinbau die Art und Weise der Rebbindung, d.h sowohl die Ausrichtung als auch die Befestigung der Reben. Traditionen des jeweiligen Anbaugebietes und landestypische Besonderheiten haben eine große Varianz der Reberziehung mit sich gebracht. Moderne Erziehungsformen und Weiterentwicklungen haben die Auswahl noch erhöht. Zudem wird die Wahl geeigneter Reberziehungen auf die verschiedenen Rebsorten und auf Qualität und Weineigenschaften abgestimmt.

Reberziehung von Baumerziehung bis Umkehrerziehung

Baumerziehung

Die Baumerziehung greift auf die natürlichen Eigenschaften der Wildrebe als Schling- und Kletterpfanze zurück. Die Reben wachsen in Bäumen und werdenm in Form von Girlanden von Baum zu Baum unterhalb der Baumkrone zusammengefasst.

Heckenerziehung

Die Reben erhalten keine Rankhilfen oder Stützmaterial. Besonders in trockenen Gebieten und im Qualitätsweinbau wird diese Erziehungsform verwendet. Die wachsenden Triebe werden zudem nach oben zusammengebunden und ähneln einem Hecke oder Busch. In Weinbaugebiet des südlichen Rhônetals kann man diese Erziehungsart auch heute noch beobachten.

Kammertbau

Diese sehr alte Anbau- und Erziehungsart ist heute kaum noch im Weinbau zu sehen. Die alten Römer legten auf senkrecht angeordnete Pfähle Balken und liesen so eine Art Kammer entsteht, an dem sich die Rebe geschützt entwickeln konnte. Die historische Vorlage wurde dann weiter entwickelt
und fand unter der Bezeichnung Niedere Pfälzer Erziehung und mit Gebrauch von Sandstein und Metall bis ins 20. Jahrhundert seine Anwendung im Weinbau. Sicher leitet sich auch die Spalierdrahtrahmenerziehung von dieser Kammertbau-Erziehung ab.

Kriechende Reben

Eine recht seltene Reberziehungsart wird bespielsweise auf der Santorin-Inselgruppe, im südlichen Ägäischen Meer praktiziert. Kriechende Reben
werden in ihrem Wuchs kaum korrigiert bzw. nur mässig beeinflusst und können sich praktisch freiwachsend und flach-kriechend am Boden entwickeln. Auch heute kann die Rebe den inselspezischen Klima, insbesondere den heftigem Wind durch die flache Anbauweise trotzen und die Trauben nachhaltig schützen. Auch hinsichtlich der schlechten Wasserversorgung im Inselanbaugebiet erzielt die flächige Ausbreitung eine optimale Wasserspeicherung und eine tiefe verwurzelung mit dem vulkanischen Erdreich.

Offene Lyraerziehung

Eine aus Frankreich stammende moderne Erziehungsform. Das Laub wird in Form eines V in zwei Teile zulegt, dadurch gelangt mehr Sonnenlicht in die inneren Blattschichten. Bei verbesserten Ertrag kann mehr Zucker erzeugt werden.

Pergola

Die Pergola-Erziehung ist eine Form der Reberziehung, die eher ästhetischen Erwägungen folgt und heute eine vielzahl von Rankhilfen und Anlehnkonstruktionen umfasst. Heute kann man Pergola-Kontruktionen an Lauben und Gauben oder als Weinbergaufgang im Weinbau sehen. Oft reicht ein einzelner Weinstock um eine solche Rankhilfe aus Holz, Stein oder Metall kunstvoll zu umranken.

Pfahlerziehung

Jeder Rebstock erhält eine Rankhilfe in Form eines Pfahls. Die Pfahlerziehung wird im Steillagenbau an der Mosel praktiziert. Sinnvoll ist diese Erziehungsform auch für andere Steillagen und im Weinbau-Hobbybereich mit wenigen Reben.

Spalierdrahtrahmenerziehung

In Deutschland und vielen anderen Weinbaugebieten ist die Spalierdrahtrahmenerziehung heute nicht mehr wegzudenken und kann als verbreiteste Reberziehung bezeichnet werden. Der Weinberg wird in Zeilen aufgeteilt und ein je nach Unterart orientiertes Drahtgerüst sorgt für eine unbewegliche bzw. bewegliche Unterstützung der Reben. Dieses Erziehungssystem geht auf die Arbeiten von Jules Guyot zurück und hat heute viele Varianten entwickelt, die sich hinsichtlich Anbringungshöhe, Anbringungsart und eingesetzter Materialien unterscheiden.

Wichtige Unterarten sind beispielsweise die Halbbogenerziehung,Flachbogenerziehung, Zapfenschnitt und Hochkultur :

Umkehrerziehung

Eine moderne Art der Rebenerziehung, die versucht unter Ausnutzung der natürliche Schwerkraft und dem Wuchs nach unten Weinbau zu beteiben. Diese Art der Rebenerziehung ist aber nur selten im Weinbau zu verzeichnen.

Bilder zur Reberziehung findet ihr bei winzersprache.de

Der Klimawandel und der Einfluss auf den Weinbau Donnerstag, 11. Februar 2010

Die viel zitierten Klimaveränderungen und insbesondere die globale Erderwärmung wirken natürlich auch auf den Weinbau in Deutschland. Zum einen müssen die Winzer und Weinbauern mit Niederschlagszunahmen in den kommenden Jahren rechnen und zum anderen mit einem Temperaturanstieg. Auch die aktuellen kalten Temperaturen können an dieser Aussicht wenig zweifeln lassen, vielmehr offenbaren sie eine weitere und gravierende Folge des Klimawandels, zunehmender extremer Wetterlagen.  Die Verlagerung von Wachstums- und Reifeperioden erfordern wie der erhöhte Schutz vor Wetterwechseln und Krankheiten im Weinbau eine neue Qualität.

Die Rebstöcke, die in den deutschen Weinbau-Gebieten traditionell angebaut werden, waren oft sehr gut an die Klimaverhältnisse und die damit verbundene Feuchtigkeit angepasst. Heute sind die Reben einer ganzen Reihe von neuen bzw. veränderten Belastungen ausgesetzt. Gerade die vermehrte Feuchtigkeit und die gestiegene Temperatur begünstigen Rebkrankheiten und verändert die mirkobiologischen Prozesse in allen Stadien bei der Weinerzeugung. Tradierte Mikroben können sich deutlich besser ausbreiten und ganz neue bzw. adaptierte Spezies greifen mit in die mikrobiologischen Prozesse ein.  Im Bereich der Insekten ist diese Veränderung parallel zu beobachten und führt zu einem verstärkten Auftreten von Krankheiten.  Besonders das Wachstum von Pilzen bei günstigen Wetterbedingungen kann ganz neue Ausmaße annehmen.

Die Grauschimmelfäule botrytis cinerea wird besonders in Form der Rohfäule unter Winzern gefürchtet bzw. in der Form der Edelfäule zum Teil günstig betrachtet. Ungeachtet dieser unterschiedlichen Spielarten ist ein schneller Nachweis und eine entsprechende Reaktion auch unter Betrachtung der veränderten und begünstigten Klimaerscheinung für das Wachstum des botrytis cinerea geboten. Der Befall sollte auch wegen der hohen Adaptionsfähigkeit der Grauschimmelfäule gegenüber klassischen Behandlungen mit Spritzmitteln schnell erfolgen.


Schwarzholzkrankheit Donnerstag, 11. Februar 2010

Zellwandfreie Bakterien, sogenannte Phytoplasmen sind für die Schwarzholzkrankheit, bois noir, verantwortlich. Die Schwarzholzkrankheit gehört zu den Vergilbungskrankheiten im Weinbau. Die obligaten Phytoplasmen werden durch die auf Phloem spezialisierte Glasflügelzikade hyalesthes obsoletus von Pflanze zu nächsten Pflanze übertragen.

Eine schnelle Feststellung der Schwarzholzkrankheit ist durch jahresübergreifende Infektion erschwert. Die Phytoplasmen können nicht ohne einen Wirt (Rebe oder Zikade) überleben, eine Infektionsübertragung ohne die Zikaden ist daher nicht möglich. Eine starke Zunahme von Zikaden an den Reben ist daher ein wichtiger Warnhinweis. Die spätere Infektion kann durch die rechtzeitige Neutralisierung der Überträgerwirts verhindern werden .

Im Folgejahr werden die ersten Symptome der Infektion sichtbar. Die befallene Rebholzteile können im Sommer nicht vollständig ausreifen und im Winter sterben sie mit einer deutlichen Schwarzfärbung ab. Auch die Blätter werden in Mitleidenschaft gezogen und bilden gerade bei roten Rebsorten rote Bereiche bzw. weißen Rebsorten bilden hellgrün Zonen. Alle Infizierten Blätter rollen sich von den Rändern her zusammen. Mit den Blättern und dem Infizierten Rebholz werden natürlich auch die Beeren in mit den Bakterien versetzt, die Beeren reifen nicht und vertrocknen.

Auch bei der Prävention sollte das Augenmerk auf der Reduzierung bzw. Neutralisierung der Zikadenpopulation liegen. Die Zikaden sind primär auf Brenneseln und Ackerwinden spezialisiert und greifen nur bedingt auf Weinpflanzen zurück. Oft werden Weinreben in Nachbarschaft zu Brenneseln oder im Flugbereich als Ausweichwirt genutzt. So ist der Schwarzholzkrankheit vorallem mit einer aktiven Brennneselbekämfpung sinnvoll und ohne Einsatz von Insektenschutzmittel entgegen zu treten.

Bindematerialien und Bindegeräte Mittwoch, 10. Februar 2010

Die vielfälltigen Bindearbeiten im Weinberg, angefangen von der Bogenerziehung und die damit verbundene notwendige Biegung der einjährigen Fruchtrute an die verschiedenen Rankhilfen (Drahtrahmen oder Pfahl) oder die späteren unterstützenden Bindearbeiten im Zuge stärkerer Laubentwicklung sollten auch hinsichtlich der Auswahl des geeigneten Bindematerial vor der eigentlichen Bindearbeit entschieden werden. Die Besonderheiten jedes Weinberges oder Pflanzbereichs aber auch die ganz persönliche Entscheidung zum Anbau und Bearbeitungsverfahren können dabei zu ganz unterschiedlichen Entscheidungen führen. Jeder Weinbauern und Winzer muss aus der großen Angebotsbreite der Industrie und den notwendigkeiten seines Berges, beispielsweise der Gassenbreite, der Erziehungsart das sinnvollste Bindematerial und -gerät wählen. Zusätzlich müssen auch die zeitlichen Aspekte bzw. die Kosten für eingesetzte Arbeitskräfte eine Rolle bei der Auswahl spielen. Die Bindearbeit kann je nach Weinberg den zeitlichen Umfang von 15 bis 40 Arbeitsstunden/ha verursachen. Diese 4 000 bis 20 000 Bindungen/ha können heute von eine Vielzahl von Materialien und Geräten unterschiedlichster Bindeartikeln durchgeführt werden. Wir wollen einen kleinen Überblick zum Material, zum Beispiel Kunststoff, Metall oder Naturprodukte (Weide, Hanf, Holz) und zu verschiedenen Techniken und Bindegeräten geben.

Die Naturprodukte wie Bindeweiden und Hanf können wie die papierumhüllten Bindedrähte als einmalig zu verwendende Bindematerialien bezeichnet werden.  Gerade der Bindedraht war  lange Zeit das verbreitetste Bindematerial. Das persönliche Fingergeschick entscheidet aber letztlich bei dieser Bindeart ob die Bogenerziehung glücklich verläuft. Auch  der Einsatz von Naturprodukte bei den Bindearbeit sollte einer genauen Überprüfung unterzogen werden, bzw. erfordern ein gesundes Materialverständnis. Regionale Besonderheiten, z.B. der Einsatz von Weiden, unterstreichen die notwendige Erfahrung und Geschick mit natürlichen Bindematerialien.  Dennoch kann gerade in kleinen und kleinen ökologisch geführten Weinbergen der Einsatz von Naturbindematerialien sinnvoll sein.  Mittlerweile gibt es preiswerte und schnelle Alternativen zum papierummantelten Bindedraht, weshalb seine Verwendung rückläufig ist.  Der fehlende Korrosionsschutz läßt den Bindedraht rosten und die Umhüllung verrottet. Leider gelangen beim Rebschnitt die einfach zu entfernenden Drahtreste oft in den Boden .

Der oft farbig und kunststoffummantelte Bindedraht ermöglichen hingegen eine mehrjährige Nutzung und ist durch die Ummantelung mit Kunststoff deutlich anwendungsfreundlicher. Die Bindearbeiten lassen sich mit solchen Finger- und Handfreundlichen Material schneller durchführen, wenngleich die Entfernung beim Rebschnitt mögliche Mehrbelastungen erzeugen können.

Die Industrie bietet für die mehrjährigen Bogreben mehrjährig verwendbare Kunststoff- und Metallklammern. Diese werden einmal am Biegdraht befestigt und verbleiben dort über mehrere Jahre. Zum Teil  kann man bei Bedarf die Klammern am Draht verschieben, lediglich die Ruten werden jährlich neu an den Klammern befestigt.

Die Kunststoffklammern DianaRema Rebstar und Rebfix Klammern zählen zu den häufig verwendeten Systemen. Die Klammern werden mit Haken in den Draht eingehängt, die Rute wird zwischen Klammer und Draht fest eingeklemmt. Besonders geeignet sind sie für die Halb- und Pendelbogenerziehung. Der Streckerclip ist dagegen vorallem für den Flach- und Halbbogen zu verwenden.  Dieser wird mit einer Öse am Biegdraht befestigt und der Bogen wird beim Biegen einfach in den Clip hineingedrückt. Eine Stopphaut verhindert ein Verrutschen am Draht.
Die alternative zur Kunststoffklammer ist die Metallklammer. Die sind deutlich haltbarer aber auch in der Anschaffung etwas teurer, wahlweise erhältlich aus verzinktem Stahl oder aus Edelstahl. Wie bei den Kunststoffclips werden auch hier die Ruten einfach in die Klammer hineingedrückt.Der gute Halt am Draht wird in der Regel auch nicht  durch eingesetzte Vollernter gelöst und verhindert damit auch das Klammern in das Erntegut gelangen.  In der weinbaulichen Praxis hat sich für den Halb- und Pendelbogen die Vinclip-Klammer bewährt.  Die Wirex-Klammer eignet sich hingegen für Flachbogen. Zu beachten ist hierbei gerade bei längeren Flachbögen, dass eine mögliche Befreiung  mit einem zusätzlichen  Draht entgegenzuwirken ist, um einen festeren Halt zu bekommen.

Bindegeräte und Techniken

Moderne Bindegeräte verwenden immer einmalig verwendbare Bindematerialien für alle Bindearbeiten im Weinberg. Die Bindearbeit geht dank die technischen Unterstützung sehr schnell und ohne zusätzlichen Kraftaufwand. Die leichte Bindearbeit sollte aber nicht die möglichen Nachteile verdecken. Zum einen bleibt für die Bindearbeit nur noch eine Hand an der Rebe, da in der anderen Hand das Gerät bedient. In engen und traditionellen Weinbergen möglicherweise eine schwere Herausforderung. Auch die Kosten der Anschaffung,  Wartung und  möglicher Ersatzteilbeschaffung sollte vor der Anschaffung sorgfälltig in Betracht gezogen werden.

Zusammenfassung
Die Kosten pro Bindung und der Arbeitszeitbedarf sollten das zentrale Kriterium für die Wahl von Bindegeräten und -materialien sein. Die große Bandbreite bei den Materialkosten pro Bindung von 0,05 Cent bis 0,50 Cent und die möglichen Gesamtkosten pro Hektar (plus Geräte- und Arbeitskosten), bleiben aber im Hohen Maße vom persönliche Geschick und Erfahrung des Winzers oder der eingesetzten Arbeitskräfte abhängig, sodass hier keine universelle Empfehlung abgegeben werden kann.

Quelle: Das Deutsche Weinmagazin veröffentlicht am: 22.01.2005