Oidium – Echter Mehltau 11. August 2010

Oidium (Oidium Tuckeri) auch bekannt als Echter Mehltau ist eine Pilzkrankheit die wie Peronospora im Weinbau eine große Bedeutung hat, da sie zu beachtlichen Schäden führen kann.

Herkunft:
Der Pilz hat seine Heimat in Nordamerika und wurde von da um 1845 nach Europa eingeschleppt. Im Jahre 1850 hatte sich der Pilz bereits über weite Teile Frankreichs ausgebreitet und wurde auch in Deutschland ( Pfalz, Bodenseeregion) gefunden.

Schadbild:
Der Pilz kann alle grünen Rebteile befallen. Der erste Befall zeigt sich schon im Frühjahr an den jungen Trieben, die im Wachstum zurück bleiben und von einem weiß-grauen Pilzrasen überzogen sind.(Zeigertriebe). Bei einer Infektion auf der Blattunterseite entsteht ein weißer Pilzrasen und auf der Blattoberseite eine gelbliche Aufhellung (Verwechslungsgefahr mit Ölfleck – Peronospora). Der Pilzrasen kann das gesamte Blatt überziehen was dazu führt das sich die Blätter wölben und brüchig werden. Die Besonderheit bei Oidium, der Pilzbelag ist nur Oberflächlich und lässt sich im Vergleich zu Peronospora abwichen. Die Gescheine werden bei frühzeitigem auftreten mit einem weiß-grauen Pilzrasen überzogen und sterben später ab. Die noch grünen Beeren werden ebenfalls mit einem weiß-grauen Pilzrasen überzogen der die Beerenhaut zerstört und das Innere der Beere trotzdem weiter wachen lässt. Das führt dazu das die Beeren aufplatzen und die Samen sichtbar werden (Samenbruch). Bei Feuchtigkeit faulen die befallenen Trauben was zu einem totalen Ertragsausfall führen kann. Der Befall an den grünen Trieben macht sich durch graue Flecke bemerkbar, die sich bei einsetzender Holzreife braunviolett verfärben (Oidiumfiguren). Bei sehr starkem Befall kann sich der ganze Trieb violett verfärben.

Biologie:
Der Pilz überwintert hauptsächlich als Mycel zwischen den Knospenschuppen der Zeigertriebe oder in Fruchtkörpern (Cleistothecien) am Holz oder abgefallenen Laub.
Die austreibenden Zeigertriebe sind bereits mit einem Pilzrasen überzogen und es werden neue Sporen gebildet. Diese können bereits bei 6 bis 8°C und hoher Luftfeuchtigkeit keimen. Nach der ersten Infektion die meist keine großen wirtschaftlichen Schäden verursacht breitet sich der Pilz jedoch sehr schnell auf alle grünen Rebteile aus. Heißes trockenes Wetter mit starken Tag- Nacht-Temperaturschwankungen und Taubildung fördern die Entwicklung des Pilzes. Eine Blattnässe wie sie für Peronospora ideal ist wirkt eher hemmend. Dem zufolge ist in Jahre mit hoher Peronospora – Infektion das Oidiumrisiko geringer, umgekehrt begünstigen trockene Jahre das Auftreten von Oidium.

Bekämpfung:
Das klassische Behandlungsmittel gegen Oidium ist Schwefel es sollten aber im Laufe des Jahres auch andere Behandlungsmittel eingesetzt werden.
Neben einer luftigen Erziehungsform sind das anschneiden von gesunden Ruten und das entfernen von Zeigertrieben die wichtigsten vorbeugenden Maßnahmen.
Da der Pilz auf der Rebe überwintert, ist eine genaue Bestimmung des optimalen ersten Bekämpfungszeitpunktes wie bei Peronospora nicht möglich. Über die Auswertung von Wetterdaten kann man versuchen den optimalen Bekämpfungstermin zu bestimmen (wenn die günstige Witterungsverhältnisse für den Pilz herrschen). Bei einem starken Vorjahresbefall (Auftreten von Oidiumfiguren) sollte die erste Bekämpfung frühzeitig erfolgen (BBCH-13). Die Spritzabstände richten sich nach dem Blattzuwachs, Art des Fungizides und der Witterung.

Samenbruch

weiß-grauer Pilzrasen

Oidiumfiguren

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