Pflanzenschutz 2009 Freitag, 27. März 2009

Das Jahr 2008 war in vielen Weinbaugebieten ein Oidiumjahr. Für viele Winzer war der massive Befall durch den echten Mehltau überraschend aufgetreten. Besonders im Juni und Juli traten in Rheinhessen und an der Pfalz Oidium nach mehrjähriger Pause  an Blütenständen und Beeren auf. Aber auch andere Pilze wie der falsche Mehltau konnten an der Mosel und in Südbaden verstärkt registriert werden.  Oft waren nur einzelne Winzer betroffen, was den Schluss zu läßt, dass der massive Befall bestimmter Anlagen auf Behandlungsfehler in der Vergangenheit zurückzuführen ist. Gerade der kritische Zeitpunkt, in dem die Rebe besonders Oidium-anfällig ist, also im Zeitraum kurz vor der Blüte bis zur ersten Ausbildung der Beeren, bewirken Behandlungsfehler eine starke Ausbreitung des Pilzes. Der vergangene Mai war deutlich wärmer und führte zu einem guten Wachstum der Pflanzen, ein verkürzter Spritzabstand musste demnach die Anwort auf dieses beschleunigte Wachstum sein.  Zudem muss leider festgestellt werden, dass sich wichtige Fungizidgruppen auch in Folge geringer Wechselintervalle gegen eine zunehmenden Resistenz der zu bekämpfenden Pilze nicht mehr ankommen. Nach dreimaligem Gebrauch innerhalb der Vegetationsperiode sollte daher idealerweise ein Wechsel erfolgen. (Wirkstoffwechsel)

Eine frühe Bekämpfung und erhöhte Wachsamkeit, gerade bei starkem Vorjahresbefall sollten die Basis für die Strategie 2009 bilden. Die Überwinterung des Pilzes in der Rebe läßt sich durch die markanten Oidiumfiguren gut erkennen. Zudem sind die scheinbar eingepuderten Zeigertriebe ein deutliches Zeichen für einen starken Pilzbefall. Aber auch schwächere Zeichen können zu einen folgenschweren Infektion führen.