Radebeuler Winzer

  • Weingut „Haus Steinbach“ von Dr. Volker Gerhardt
    Bennostraße 41, 01445 Radebeul
    Telefonnummer: 0351 – 8301147

Dr. Volker Gerhardt bepflanzte 1970 seine ersten Flächen mit 1000 Reben. Die Trauben kamen in die Genossenschaft Meißen, deren Mitglied er bis 2000 war. Auf den Rat von Winzer Klaus Seifert hin, kaufte der gelernte Elektrotechnikingenieur die benötige Technik, um 1995 auch schon den ersten Wein selber zu keltern.

Inzwischen gibt es das Weingut nun schon seit rund 10 Jahren, mit einem Hektar Rebfläche und einem ebenso großen Park. Die Besonderheit an dem Weingut ist, dass umweltschonend gepflanzt wird. Das heißt, dass die Rebzeilen zur Verbesserung der Humus- und Nährstoffversorgung begrünt sind.

Der zur Lage „Goldener Wagen“ gehörende Weinberg trägt die Sorten Müller-Thurgau, Weißburgunder, Grauburgunder, Kerner, Traminer sowie den Blauen Spätburgunder. Extrem frische, bouquetbetonte Weine entstehen im Haus Steinbach durch die Kältevergärung,sowie durch den Verzicht von Zucker- und Süßreservezusatz. Auf der Flasche werden sie dennoch schlicht als Landweine bezeichnet. Ein Berliner Weinführer beschreibt den Gerhardt´schen Weißburgunder so:„Wir wissen, ein Landwein kann gerade in Sachsen viel Qualität mitbringen. Er überzeugt mit Düften nach Veilchen und Gras, präsentiert sich mit einer leicht heftigen Note und einer schönen Fruchtsäure am Gaumen.“

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  • Weingut „Drei Herren“
    Weinbergstraße 34, 01445 Radebeul
    Telefonnummer: 0351- 7956099

Drei Herren“, weil es drei Herren waren, die den Neugründungsbeschluß faßten: der Kunsthistoriker Prof. Dr. Rainer Beck, großväterlicherseits selbst einer Weinbauernfamilie entstammend, der Radebeuler Winzer Claus Höhne und ein dritter „Herr“, der die Neugründung unterstützte. Ihn ersetzte in der Folge Antje Wiedemann, Sächsische Weinkönigin 2003 und Deutsche Weinprinzessin 2004. Ihr „Mann“ im Nachnamen, passte durchaus immer noch zu dem gewählten Gutstitel.

Das Gut ist eine historische Anlage, welches Elemente des Barock und Rokoko aufweist, und findet die erstmalige Erwähnung um 1714.Im Gewölbekeller kann man übrigens noch wertvolle Wandmalereien bewundern, welche im Chinoserie-Stil aus dem späten 18. Jahrhundert sind.

2004 wurden auf dem Hermannsberg erste Flächen erworben, heute zählen zu dem Besitz ebenso einige Steillagen des Taubenheimer Bergs, welche alle umweltschonend bewirtschaftet werden.
Auf rund 4 Hektar finden sich Weißburgunder, Grauburgunder, Riesling, Scheurebe, Traminer und die pilzresistente Sorte Solaris. Rotweine werden aus Regent und Spätburgunder gekeltert. Bei dem Weinausbau experimentiert Winzer Höhne mit der Spontanvergärung, also ohne Zusatz von Reinzuchthefen.

Besonderheit bei der Weinbezeichnung ist dabei, dass diese ohne die üblichen Prädikate erfolgt, da allein der Name „Drei Herren“ schon für Qualität stehen soll. Dass sie das bereits tun, sieht man an den Preisen, die das Weingut schon bekommen hat: so wurde es als erstes sächsisches Privat-Weingut mit dem „Gold Extra“ der Bundesweinprämierung der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft ausgezeichnet…

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  • Weinbau Klaus Seifert
    Weinbergstr. 20, 01445 Radebeul
    Telefonnummer: 0351 – 8360400

Das Weingut selber besteht neben den Rebflächen aus einem geschichtsträchtigen Haus: früher lebte dort nämlich der Maler, Zeichner und Radierer Moritz August Retzsch (1749 – 1831). Auch er begann schon an diesem Ort mit dem Weinbau und ließ sich von den typischen Winzerarbeiten zu seinen Bilder inspirieren. So finden sich auch heute noch Retzsch´s Arbeiten auf den Flyern und Etiketten des Guts wieder.

Heute ist an dieser historischem Ort der Winzer Klaus Seifert aktiv. Er begann im Jahr 1966 die Terassen zu rigolen, das Aufreben begann wurde 1968 gestartet und ab 1972 wurde der erste Wein ausgebaut. Insgesamt bepflanzte er seitdem etwa 0,22 Hektar Steillage. Noch heute ist das auch die Gesamtfläche des Betriebes. Die oberen Steillagen werden dabei von Sohn Thomas bearbeitet. Im Anbau befinden sich derzeit:
Müller-Thurgau, Kerner, Weißburgunder, Grauburgunder und Traminer.

Eine Besonderheit haben die Flächen: neben Reben und Obstweiden findet man auch Korbweiden an, jährlich werden dabei die einjährigen Ruten geschnitten und als ökologischer Drahtersatz zum Anbinden der Reben genutzt.

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  • Weingut Karl Friedrich Aust / Weingut Frédéric Fourré
    Weinbergstrasse 10, 01445 Radebeul
    Telefonnummer: 0351 – 893 90 100

Das Grundstück des Meinholdschen Turmhauses ist seit 1975 im Besitz der Familie Aust, doch erbaut wurde es schon rund 300 Jahre eher. Zusätzlich erwarb Karl Friedrich Aust 2007 rund 1,2 Hektar in der Lage „Steinrücken“. Insgesamt umfasst der Besitz heute von 4,5 Hektar Rebterrassen, überwiegend auf dem kargen Syenitboden in der Lage „Goldener Wagen“. Dort sind zu finden: Riesling, Weißburgunder, Bacchus, Kerner, Müller-Thurgau, Traminer, Grauburgunder und Spätburgunder. Die selber ausgebauten Weine werden an treue Privatkunden verkauft, sind aber auch in einigen Hotels und Restaurants der Spitzengastronomie in Deutschland gelistet, wie z.B. im Taschenbergpalais Dresden und im Vau Berlin.

Wer im Weinhaus Aust zu Gast ist, wird sehr wahrscheinlich auch den Sommelier Fourré antreffen. Der Grund: Aust und Fourré sind schon sehr lange befreundet. Es begann 1993, da kam der gebürtige Pariser erstmals nach Dresden und erkannte dabei, dass das Klima im Elbtal bemerkenswert gute Weine reifen lässt. 1998 zog er nach Sachsen und entschloss sich etwas später, auch – wie Freund Aust- im Weinbau tätig zu werden. Also erwarb er daraufhin einen Weinbergsbesitz und konnte somit 2002 die erste Lese einfahren. Ausgebaut werden die Gewächse allerdings im Weingut von Karl Friedrich. Fourré´s Besitz umfasst derzeit rund 1 Hektar. Darauf sind zu finden: Traminer, Grauburgunder, Weißburgunder, Gutedel und Morio Muskat.

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  • Weingut Hoflößnitz
    Knohllweg 37, 01445 Radebeul
    Telefonnummer: 0351 – 8398344

Inhaber vom einzigst zertifizierten ökologisch wirtschaftenden Weingut Sachsens“ ist seit 1934 die Stadt Radebeul. Das Weingut baut auf den 8 Hektar Besitz Riesling, Weißburgunder, Grauburgunder, Johanniter, Solaris, Regent, Cabernet blanc und den Rotling („Schieler“) an.

Als Kellermeister ist seit dem Jahre 2008 Felix Hößelbarth verantwortlich. Dieser machte ein Fachabitur in Landwirtschaft, studierte anschließend in Geisenheim und schrieb eine viel beachtete Diplomarbeit im Fachgebiet Rebenzüchtung. Sein Ergebnis war so bemerkenswert, dass die Arbeit mit einem Preis der Volksbank prämiert wurde. Nach einem Praktikum im Château Latour-Martillac bekam er 2008 direkt eine Stelle in Radebeul am Weingut Hoßlößnitz.

Wer einmal zu einer Weinprobe vorbeikommen sollte, kann auch die Attraktion des Weingutes bewundern: das zweigeschössige Berg- und Lusthaus existiert bereits seit Mitte des 17. Jahrhunderts. In dessen Untergeschoss findet sich heute ein Weinbaumuseum. Hinter dem Gut findet sich auch die bekannte Spitzhaustreppe. Auf dem Weg nach oben,über 397 Treppen, kommt man hoch zu dem Spitzhaus, einem kleinen schlossartigen Weinbergshaus aus dem 17. Jahrhundert. Definitiv ein Besuch wert!

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  • Weingut Martin Schwarz
    01099 Dresden, Alaunstraße 70
    Telefonnummer: 0351 – 8956072

Martin Schwarz ging wohl einen der direktesten Wege eines Winzers: er absolvierte von 1992 bis 1996 ein Weinbaustudium. Direkt danach wurde er (und ist auch immer noch) Kellermeister im Schloss Proschwitz des Prinzen zur Lippe.

2003 begann er gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin Grit Geißler in Radebeul Steillagen zu bewirtschaften und Weine auszubauen. Er besitzt 2 Hektar Parzellen in den Lagen „Seußlitzer Heinrichsburg“, „Meißner Kapitalberg“ und „Radebeuler Steinrücken“. Im Anbau befinden sich derzeit Müller-Thurgau, Portugieser und Spätburgunder.

Im Keller des Schlosses Proschwitz in Zadel werden dann nahezu alle Weine ausschließlich im kleinen Eichenholzfass vergoren und ausgebaut.

Durchaus interessant ist ebenso die Auswahl der Rebsorten für den Cuveéausbau: Weißburgunder mit Grauburgunder, Riesling mit Traminer, Portugieser mit Spätburgunder. Probierenswert!


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  • Weinhaus Förster
    Obere Burgstr. 2, 01445 Radebeul
    Telefonnummer: 0171-9306207

Bevor Förster Winzer wurde, schloss er 1985 sein Studium zum Diplomingnieur für Landmaschinentechnik an der TU Dresden ab. Direkt danach war er bis 1988 Leiter für Wissenschaft und Technik am Volkseigenen Gut Weinbau/Schloss Wackerbarth, dort beteiligte er sich an der Entwicklung eines modernen Tankgärverfahrens zur Sektherstellung. Allerdings wurde ihm die DDR ganz fix zu eng, und so verließ er sie noch im August 1989 und ging in die Bundesrepublik. Dort arbeitete er als Entwicklungsingenieur für TetraPak. 1992 kam er wieder mit dem Weinbau in Berührung und arbeitete an Weinbauschulen in Bad Kreuznach und Oppenheim.

1997 kaufte er dann die erste Rebfläche und gründete 1998 einen Weinbaubetrieb im Nebenerwerb. Seit 2001 ist er im Haupterwerb. Insgesamt verfügt er derzeit über 1,12 Hektar Rebfläche. Auf seinen Lagen finden sich Kerner, Scheurebe, Traminer, Ruländer, Müller-Thurgau und Spätburgunder.

Vor einiger Zeit ließ sich Förster auch die Bezeichnung „Kötzschber“ schützen. Dies war über Jahrhunderte die Bezeichnung für Wein aus Kötzschenbroda, und nun ist er berechtigt den Namen als einzigster auf seinen Etiketten zu haben.

Wer mal auf eine Weinprobe im Weinhaus Förster vorbeischauen sollte, wird feststellen dass der Weinberg sowie der Verkostungsraum mit antiken Gegenständen aus Weinbau und Keller ausgestattet sind. So gesehen, hält ein ein Besuch mit Weinprobe jedes Mal auch kleine Überraschungen bereit.

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  • Sächsisches Staatsweingut GmbH
    Wackerbarthstraße 1, 01445 Radebeul/ Dresden
    Telefonnummer: 0351 – 89550

Das Schloss Wackerbarth wurde von August Christoph Graf von Wackerbarth im 18. Jahrhundert in Auftrag gegeben. Er kaufte damals das Grundstücke und einige der umliegenden Weinberge. Der Graf von Wackerbarth hatte sehr hohe Ämter inne, unter anderem im Geheimen Rat, ausserdem war er Minister, Generalintendant, Generalfeldmarschall, Oberbefehlshaber des sächsischen Heeres und Oberinspektor aller Zivil- und Militärbauten. Johann Christoph Knöffel war damals Bauherr und errichtete 1729/30 nach den Plänen von Daniel Pöppelmann das Schloss. Graf Wackerbarth war zu der Zeit schon stolze 72. Die Fertigstellung des Gebäudes übelebte er nur um wenige Monate. Nach seinem Tod gab es dann insgesamt 17 Besitzerwechsel. Das heutige Unternehmen entstand viele Jahre später am 1. September 1999 unter dem Namen „Sächsische Staatsweingut GmbH Schloss Wackerbarth“ und besitzt rund 90 Hektar Rebflächen. Sie belegen die Lagen „Heinrichsburg“ in Seußlitz und in Radebeul die Lagen „Goldener Wagen“, „Steinrücken“ und „Johannisberg“. Derzeit im Anbau befinden sich die Sorten Riesling, Grauburgunder, Weißburgunder und Traminer.

Im Übrigen, der Zusatztitel „Erlebnisweingut“ weist auf eine weitere Besonderheit hin. Den das Werden von Wein und Sekt kann durch die „gläserne Produktion“ direkt mitverfolgt werden. Und das lohnt sich! Im Jahr kommen dazu rund 160.000 Besucher!

Dass die Weine wahrlich ausgezeichnet sind, weiß auch der Gault-Millaut (2011), und beschreibt die Weine so: „Die Spitze bilden die Spätlesen aus dem Goldenen Wagen, die dieses Jahr zu den besten des Gebietes zählen“

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