Peronospora-Falscher Mehltau

Peronospora (Plasmopara viticola) auch bekannt als Falscher Mehltau ist eine Pilzkrankheit die wie Oidium im Weinbau eine große Bedeutung hat, da sie zu beachtlichen Schäden führen kann.

Herkunft:
Der Pilzerreger Plasmopara viticola wurde im Jahre 1878 aus Nordamerika nach Südfrankreich eingeschleppt und verbreitete sich innerhalb weniger Jahre über ganz Europa. Plasmopara viticola

Schadbild:
Der Pilz befällt alle grünen Rebteile. Die ersten Symptome sind gelbliche Flecke (Ölflecke) auf den Blättern, wo sich später ein weißer Pilzrasen (bestehend aus Sporenträgern) auf der Blattunterseite bildet. Durch das Absterben des Gewebes färben sich die befallenen Blätter später braun und fallen ab (Blattfallkrankheit). Die befallenen Gescheine neigen sich nach unten und später ist ebenfalls ein weißer Pilzrasen zu sehen. An befallenen Trauben nach der Blüte schrumpfen die Beeren und färben sich blau-schwarz (Lederbeeren), wobei das Stielgerüst abstirbt. Eine Infektion der Gescheine um die Blüte verursacht die höchsten Ertragsverluste.

Biologie:
Der Pilz überwintert in robusten Wintersporen im abgefallenen Laub und kann in dieser Form bis zu 10 Jahre überleben.
Zwischen Mitte April bis Anfang Juli bei einer guten Durchfeuchtung des Bodens und Temperaturen von mindestens 10° C keimen gewöhnlich die Wintersporen. Dabei werden Sporen freigesetzt die mit Regenspritzern auf die Blätter der Rebe gelangen und durch die Spaltöffnungen Infektionen verursachen. Je nach Temperatur benötigt der Pilz 5 bis 15 Tage für die Mycel-Entwicklung (Ölflecken), bevor neue Sommersporen gebildet werden können(Pilzrasen). Diese Zeit zwischen Infektion bis Sichtbarwerden der ersten Symptome bezeichnet man als Inkubationszeit. Eine Besonderheit des Pilzes ist die Sporenbildung.
Diese erfolgt nur nachts, bei Temperaturen ab 12°C und hoher relativer Luftfeuchte oder Vorliegen von Blattnässe. Damit sich die Sorenträger ausbilden können müssen diese Bedingungen mindestens 4 Stunden anhalten. Die Sporenbildung wird um so stärker je länger die feuchte Phase andauert. In kalten Nächten können trotz Nässe keine Sporen gebildet werden. Die optimal Temperatur zur Entwicklung des Pilzes liegt zwischen 22 und 27° C.

Bekämpfung:
Das klassische Behandlungsmittel gegen Peronospora ist Kupfer es sollten aber im Laufe des Jahres auch andere Behandlungsmittel eingesetzt werden. Eine luftige Erziehungform die ein schnelles abtrocknen der Laubwand ermöglicht ist die wichtigste vorbeugende Maßnahme. Die Infektionen aus den Wintersporen sind in der Regel schwach und werden daher nicht bekämpft. Sobald es aber zur Bildung von Sommersporen kommt steigt das Infektionsrisiko erheblich an. Peronospora ist auf Regen angewiesen. Regionen mit hohen Niederschlägen im Mai sind daher stärker gefährdet als trockenere Gebiete. Normalerweise beginnen die Routinespritzungen gegen den Pilz zwischen dem 20. und 30. Mai und werden fortgesetzt bis Anfang August. Ab Traubenschluss sind die Trauben wirtschaftlich nicht mehr gefährdet. Zuwachsende Geiztriebe erfordern jedoch einen längeren Schutz. Die Spritzabstände richten sich nach dem Blattzuwachs, Art des Fungizides und der Witterung. Bei trockenen Hochdruckwetterlagen ohne Infektionsrisiko können die Abstände verlängert werden.