Phomopsis-Schwarzfleckenkrankheit

Herkunft:
Die Krankheit ist in ganz Europa schon lange bekannt wurde aber erstmals 1960 auch in Deutschland entdeckt. Ob sie in Deutschland schon immer heimisch war beziehungsweise warum sie sich erst 1960 schnell über alle deutschen Anbaugebiete verbreitete, ist nicht mehr nachzuvollziehen.

Schadbild:
An beschädigten Trieben kann es zum Ausfall der Augen kommen wodurch im nächsten Jahr geeignetes Schittholz fehlen kann und es zu kahlen Stellen in der Laubwand kommt (Tote-Arm-Krankheit). An den Blättern können sich kleine schwarze mit einem hellen Hof umgebene Flecken entlang der Blattadern bilden. Befallene Blätter können vergilben und absterben. An den Trieben sind anfänglich kleine schwarze in Längsrichtung angeordnete Striche zu sehen die beim Dickenwachstum des Triebes aufreißen und ein schorfiges Aussehen bekommen.(schiffchenförmige Aufreißungen). Bei einem starken Befall kann der untere Teil des Triebes völlig verschorfen. Werden die Blüten befallen so sterben sie ab. An den Gescheinen zeigen sich die selben Symptome wie an den Trieben die zu stiellähmeartigen Erscheinungen führen können. Befallene Beeren verfärben sich blau-violett,schrumpfen zusammen und bekommen eine warzige Oberfläche. Der Pilz kann grundsätzlich alle grünen Rebteile befallen. An den verholzten Trieben sind die schiffchenförmigen Aufreißungen gut zu erkennen um die sich im Herbst und in milden Wintern eine kalkweiße Aufhellung der Rinde bildet auf der kleine schwarze Punkte zu sehen sind (Pyknidien-Fruchtkörper). Der Pilz kann auch bis auf das alte Holz übergreifen was bis zum absterben des gesamten Stockes führen kann. Große wirtschaftliche Schäden entstehen durch den Befall an grünen Rebteilen meist nicht. Die eigentliche Schadwirkung liegt eher darin das die Ruten verkahlen (Tote-Arm-Krankheit) und der Pilz den Rebstock abtöten kann.

Biologie:
Der Pilz überwintert auf der Rebe als Mycel im Holz unter der Rinde (helle Stellen mit schwarzen Punkten). Wenn die Rinde im Frühjahr ausreichend feucht ist öffnen sich die Fruchtkörper und bei einer relativen Luftfeuchte von 98% oder tropfbarem Wasser bilden sich die Sporenranken mit den Einzelsporen die durch spritzendes Regenwasser auf der Rebe verteilt werden. Die Sporen keimen ab Temperaturen von 1°C bis 37°C (optimal 23°C) und einer relativen Luftfeuchtigkeit von mindestens 86% oder tropfbarem Wasser. Sie dringen direkt in das gesunde Gewebe ein. Im laufe des Jahres versucht die Rebe den Pilz zurück zu halten so das er nur in den schiffchenförmigen Aufreißungen ist. Gegen Ende des Jahres wenn die Reben zur Ruhe kommen wächst der Pilz richtig ins Gewebe ein und bildet Fruchtkörper (helle Flecken mit schwarzen Punkten am Holz). Der Pilz kann auch über offene Wunden in altes Holz einwachsen und es vermorschen was zum absterben der Stöcke führen kann.

Bekämpfung:
Da der Pilz zum keimen eine sehr hohe Luftfeuchtigkeit benötigt ist eine luftige Laubwandgestaltung eine der wichtigsten vorbeugenden Maßnahmen gegen den Pilz. Des weiteren ist eine Versorgung von Wunden eine wichtige Maßnahme gegen den Pilz, da dieser nicht so einfach in das alte Holz eindringen kann.Wenn am Stamm unterhalb eines befallenen Trieb ein wilder Trieb wächst so ist es empfehlenswert die Rebe bis auf den gesunden wilden Trieb zurück zu schneiden und das befallene Holz zu entfernen. Durch einen Einsatz von Pflanzenschutzmitteln soll die durch Sporen verursachte Infektion an grünen Rebteilen verhindert werden. Bei günstigen Witterungsbedingungen muss die erste Spritzung bereits kurz nach Erscheinen des ersten Grüns (BBCH 09) erfolgen. Da der Pilz Regen zur Infektion benötigt kann man die Spritzabstände nach den Witterungsverhältnissen gestalten. Bei durchgehend guten Infektionsbedingungen sollte man sich an der Wirkungsdauer der verwendeten Mittel oder dem Wachstum der Rebe orientieren (in der Regel alle 10-12 Tage). Mit der Behandlung gegen Peronospora erübrigt sich eine spezielle Behandlung gegen Phomopsis, da alle zugelassenen Pflanzenschutzmittel gegen Peronospora auch eine Nebenwirkung gegen Phomopsis haben.