Blauer Portugieser

 

Der Blauer Portugieser ist ein echter Allrounder. Er hat kaum Anforderungen an den Boden und die Lage, hat einen kräftigen Wuchs und ist sehr fruchtbar.

Herkunft:

Die Geschichte besagt, dass die Traube im 18. Jahrhundert von der portugiesischen Stadt Porto in das österreichische Bad Vöslau gelangt sei. Der Heimatforscher Franz Langwieser schreibt in seiner Geschichte Schwadorfs, dass Johann von Fries als Erster auf seinem Gut in Bad Vöslau den Blauen Portugieser auf seinem Weinberg angepflanzt habe. Von dort verbreitete sich die Traube nach Deutschland, vor allem in die Anbaugebiete Rheinhessen und Pfalz. Ironischerweise ist die Traube in Portugal völlig unbekannt, statt dessen aber im ganzen Donauraum verbreitet, so dass man heute annimmt, dass sie aus diesem Bereich, vermutlich Österreich entstammt.

Wichtige Anbaugebiete:

Rheinhessen, Pfalz, Württemberg, Nahe, Franken

Sortenmerkmale:

Blatt:   groß, glatt, glänzend grün, dreilappig, bis schwach fünflappig, Blattrand grob gezähnt, Stielbucht V-förmig bis geschlossen

Holz:   gelb bis leicht rotbraun, feine Streifen, dunkel punktiert, lange Internodien

Traube:  mittel bis groß, konisch, dichtbeerig

Beere:  etwas länglich, pflaumenblau, dünne Beerenhaut, mittlere bis schwache Beerensaftfarbe

Reife:  früh

Ertrag:  hoch

Eigenschaften der Sorte:

Ansprüche an die Lage:

Der Portugieser hat nur geringe Ansprüche. Allerdings gilt immer: je besser die Lage, desto besser der Rotwein!

Ansprüche an den Boden:

Die Sorte ist sehr anspruchslos und gedeiht auch noch in armen Sandböden sehr gut. Kalk- und Mergelböden sagen ihr auch noch gut zu. Nasse und sehr feuchte Standorte sind eher ungeeignet.

Holzreife:

Eine mittelstarke Holzreife bedingt eine leichte Anfälligkeit gegen Winterfrost. In arktischen Wintern können die Stöcke total erfrieren.

Krankheitsanfälligkeit:

Es besteht eine leichte Empfindlichkeit gegen Peronospora. Sehr anfällig ist der Portugieser gegen Oidium, Schwarzfleckenkrankheit und Roten Brenner. Die Trauben werden leicht von Beerenbotrytis befallen, besonders bei enger Pflanzweise und auf feuchten Standorten.

Erziehung:

Der kräftige Wuchs verlangt eine weiträumige Erziehung mit hohen Stamm. Für Portugieser sind Gassenbreiten von 1,80 m bis 2,00 m und mehr, sowie Stammhöhen von 70-80 cm angebracht. Für die Weitraumerziehung eher ungeeignet.

Vorteile der Sorte:

regelmäßige und hohe Ernte, geringe Ansprüche an Lage und Boden

Nachteile der Sorte:

winterfrostempfindlich, empfindlich gegen Oidium und Beerenbotrytis, sehr empfindlich gegenüber Maifrost