Silvaner

 

Der weiße Silvaner war einst einmal die wichtigste Rebsorte Deutschlands. Im vorigen Jahrhundert verdrängte er in der Pfalz, in Rheinhessen und an der Nahe schrittweise den Elbling. Bis Ende der 50er Jahre hielt er diesen Erfolgskurs.

Herkunft:

Die Sorte gehört vermutlich zu den ältesten heute noch kultivierten Reben. Bereits Gaius Plinius Secundus beschrieb im ersten Jahrhundert nach Christus in seinem berühmten Werk „Naturalis historia“ eine Sorte mit ähnlichen Eigenschaften.

Der Silvaner gelangte im 17. Jahrhundert aus dem Donauraum (Österreich) nach Deutschland und wurde dort früher Österreicher genannt. Er wurde 1659 erstmals nachweislich in Deutschland in Castell (Franken) gepflanzt. In Deutschland feierte man somit 2009 das Jubiläum „350 Jahre Silvanerrebe„.

Wichtige Anbaugebiete:

Rheinhessen, Franken, Pfalz, Baden, Württemberg

Sortenmerkmale:

Blatt:   mittelgroß, rund, meist lappig, wenig gebuchtet, kreisförmig. Oberfläche grünglänzend, glatt, Rand schwach gezahnt

Holz:   hellbraun, dunkel gestreift

Traube:  mittelgroß, meist walzenförmig, kompakt, dichtbeerig

Beere:  mittelgroß, rund, grüngelb, dicke Beerenhaut, süßschmeckend ohne ausgeprägtes Sortenbukett

Reife:  spät

Ertrag:  mittel

Eigenschaften der Sorte:

Ansprüche an die Lage:

Der Silvaner hat nur mittlere Ansprüche an die Lage, bedingt durch seine frühere Reife, welche rund 14 Tage vor dem des Rieslings ist.

Ansprüche an den Boden:

Für ausgesprochene trockene Hanglagen mit flachgründigen Böden ist er nicht geeignet. Allerdings kann dies durch eine geeignete Unterlage wieder ausgeglichen werden.
Infolge der hohen Fruchtbarkeit kann er auf nährstoffarmen Böden nur schlecht wachsen. Dem kann man aber auch mit einer guten organischen Düngung und etwas kürzerem Anschnitt entgegen wirken.

Holzreife:

Die Holzreife des Silvaners ist nicht die allerbeste, da sie erst sehr spät einsetzt.  Dabei gilt auch: je fruchtbarer die Stöcke, desto mangelhafter die Holzreife. Für Frostlagen ist der Silvaner völlig ungeeignet.

Krankheitsanfälligkeit:

Mittelmäßig bis stark anfällig gegen Peronospora, Roter Brenner, Schwarzfleckenkrankheit. Vor allem anfällig gegen Oidium.

Erziehung:

Für den modernen Weinbau ist eine weiträumige Erziehung vorteilhaft. Eine mögliche Gefahr der Laubglockenbildung kann man dem Zweibogenschnitt begegnen.

Vorteile der Sorte:

ertragsreich

Nachteile der Sorte:

winterfrostempfindlich, schwache Holzreife, krankheitsanfällig