Blattgallmilbe

Die Blattgallmilbe, (Eriophyes vitis) auch Pockenmilbe genannt ist seit 1857 als Rebschädling bekannt, hat aber bei uns nie schwere Schäden verursacht. Der Schaden der Blattgallmilbe ist meist nur als „Schönheitsfehler“ anzusehen.

Schadbild:

Bereits auf den ersten sich entfaltenden Blättern können pockenartige Erhebungen auf der Blattoberseite auftreten. Diese Pocken sind meist grün können aber auch gelblich oder rötlich sein und später eine braune Färbung annehmen. Auf der Blattunterseite sind die Aufwölbungen mit einem filzartigen, weißlichen Belag ausgefüllt, der aus Blatthaaren besteht. Bei starkem Befall kann man den Belag auch auf der Blattoberseite finden. Das Blatt kann sich nach unten wölben und die natürliche Blattform geht verloren.

Der Filz kann auch auf die Gescheine übergreifen, die anschließend nicht blühen. Doch in der Regel ist der Befall nur an den unteren Blättern oder einzelnen Trieben zu finden. Das Schadbild ist bei optimalen Witterungsverhältnissen und starker Vermehrung der Blattgallmilbe im Sommer auch an Geiztriebblättern zu finden.

Lebensweise:

Die Überwinterung erfolgt als erwachsenes Tier, in Gesellschaft von zahlreiche Tieren, in der Wolle der Knospen. Im Frühjahr mit dem schwellen der Knospen beginnt die Saugtätigkeit der Blattgallmilbe. Hierbei scheidet die Milbe ein Speichelsekret aus, das für die Pockenbildung und die Haarfilzbildung verantwortlich gemacht wird. Da die Milben eine hohe Luftfeuchtigkeit benötigen, leben sie in dem Haarfilz, da sie dort meist optimale Bedingungen vorfinden. Dort werden auch die Eier abgelegt aus denen sich über eine Larve und eine Nymphe ein erwachsenes Tier entwickelt. Die erwachsenen Milben sind weißlich und etwa 0,15 mm groß. Im Laufe des Jahres werden mehrere Generationen gebildet. Ab September suchen die Milben ihre Winterverstecke auf.

Bekämpfung:

Da die Raubmilbe der wichtigste Feind der Blattgallmilbe ist kann bei ausreichenden Raubmilbenbesatz auf eine chemische Bekämpfung verzichtet werden. Eine chemische Bekämpfung ist nur dort sinnvoll wo im Vorjahr ein starker Befall zu verzeichnen war. Die Bekämpfung sollte mit dem Aufbrechen der Knospen durchgeführt werden, da eine Bekämpfung zu diesem Zeitpunkt den größten Erfolg verspricht. Die Stöcke sollten gründlich mit einem zugelassenen Mittel benetzt werden.

Unmittelbar nach dem Austrieb, bei Entfalten des 1. bis 3. Blattes (BBCH 11-13) ist die letzte Möglichkeit eine Bekämpfung durchzuführen. Eine spätere Bekämpfung ist nicht wirksam, da die Milben in dem Haarfilz schlecht zu erfassen sind.