Grüne Rebzikade

Die grüne Rebzikade (Empoasca vitis) zählt im Weinbau eher zu den Gelegenheitsschädlingen. Trotz eines sichtbaren Befalls, ist eine Schädigung durch Verlust an Assimilationsflächen nur bei sehr starkem Befall zu erwarten. In dem Fall kann es zu Qualitätsverlusten und mangelnder Holzreife kommen.

Herkunft:
Die grüne Rebzikade ist in schon immer Europa heimisch.

Schadbild:
Die Symptome sind im Sommer an den Blätter zu erkennen. Bei Weißweinsorten bilden sich Aufhellungen und gelblich-grüne Verfärbungen am Blattrand und zwischen den Blattadern. Dies Aufhellungen sind deutlich von den Blattadern abgetrennt. Bei Rotweinsorten zeigt sich an den selben Stellen eine deutliche Rotfärbung. Durch diese Verfärbungen der Blätter kann der Befall leicht mit Mangelerscheinungen (z.B.Kalium – oder Magnesiummangel) verwechselt werden. Bei stärkerem Befall kann das Blatt vom Rand her eintrocknen oder sich leicht einrollen (Verwechslungsgefahr mit Blattrollkrankheit). Die Ausprägung der Symptome ist von der Schädlingsdichte und der Rebsorte abhängig. Um die Verwechslungen auszuschließen sollte man für eine eindeutige Diagnose auf der Blattunterseite nach Schädlingen oder Häutungsresten suchen. Zikaden stechen den Nährstoffstrom der Blattadern an und saugen daraus ihre Nahrung. Die Symptome entstehen vermutlich durch die Speichelausscheidungen. Viren werden von der grünen Rebzikade nicht übertragen.

Lebensweise:
Die grüne Rebzikade überwintert als begattetes Weibchen an immergrünen Gehölzen in der Umgebung der Weinberge. Nach dem Austrieb fliegen die Zikaden in die Weinberge ein und legen ihre Eier an den Blattadern ab. Ab Ende Mai sind auf der Blattunterseite erste Larven und Nymphen zu erkennen. Bei der Entwicklung von der Larve zur erwachsenen Zikade macht sie vier Nymphenstadien durch. Diese Entwicklung dauert etwa drei Wochen. Die Nymphen sind hellgrün und haben noch keine Flügel. Das erwachsene Tier ist ebenfalls hellgrün und hat eine Größe von 4 bis 5 mm. Zwischen den verschiedenen Nymphenstadien häuten sich die Tiere. Diese Häute sind häufig auf der Blattunterseite zu finden.

Bekämpfung:
Die Schadschwelle bei der grünen Rebzikade liegt bei etwa drei Tieren pro Rebblatt. Unter dieser Schadschwelle ist eine Bekämpfung meist nicht von Nöten. Häufig werden die Zikaden bei einem Einsatz gegen Traubenwickler mit erfasst.