Kräuselmilbe

Die Kräuselmilbe (Calepitrimerus vitis) gehört schon immer zu den Rebschädlingen und musste bis 1950 fast jährlich bekämpft werden. Wahrscheinlich wurde sie ab dann durch den regelmäßigen Netzschwefeleinsatz so dezimiert, dass sie lange Zeit nur noch als Gelegenheitsschädling eingestuft wurde. In Anlagen mit geringem Raubmilbenbesatz kann sie jedoch stärker auftreten und zu enormer kümmerlicher Triebbildung führen.

Schadbild:

Im Frühjahr bleiben die austreibenden Knospen lange in der Wolle stecken. Der junge Trieb wird anschließend meist nur 2 bis 3 cm lang und verdickt sich. Die Triebe sind insgesamt verkümmert mit kurzen Internodien und Doppelknoten. Anschließend bilden sich Geiztriebe was zu einem besenartigem Wuchs führt. Bei starkem Befall entwickeln sich auch die Blätter nicht richtig. Sie bleiben klein, sind verkräuselt und biegen sich löffelartig nach oben.

Bei schwächerem Befall werden die Blätter zwar größer, zeigen aber trotzdem Verkräuselungen. Hält man die Blätter gegen das Licht , kann man bleiche Stichstellen erkennen. Beim Weiterwachsen können die Stichstellen aufreißen wodurch Löcher entstehen. Durch den Befall können auch die Gescheine vertrocknen und abfallen. Dadurch können erhebliche Ertragsausfälle entstehen. Durch den Besenwuchs kann es bei stark beschädigten Stöcken im Folgejahr an geeignetem Zielholz fehlen. In kühlen Frühjahren können die Schäden stärker auftreten als in warmen Jahren da die Triebe langsamer wachsen.

Lebensweise:

Die Überwinterung erfolgt als erwachsenes Tier in Gesellschaft in der Knospe und unter der Rinde. Ab dem Anschwellen der Knospen beginnen die Milben mit ihrer Saugtätigkeit. Durch das abgegebene Speichelsekret wird das Wachstum der Zellen beeinflusst und die Unterdrückung der Seitentriebbildung wird verringert. Missbildungen an den Blättern kommen von abgestorbenen Zellen an den Stichstellen, wodurch Spannungen im Gewebe entstehen.Die Tiere sind etwa 0,16 * 0,045 mm groß spindelförmig und gerillt mit 4 Beingliedern. Die Vermehrung erfolgt durch 0.04 mm große rundliche Eier die auf den Blättern abgelegt werden. Die erste Eiablage erfolgt von Mai bis Juni, die zweite von Juli bis August. Aus den Eiern entwickeln sich nach 8 bis 10 Tagen Larven die sich in zwei Wochen über ein Nymphenstadium zu erwachsenen Tieren entwickeln. Ab Ende August bis Anfang September suchen die Tiere ihre Winterverstecke auf.

Bekämpfung:

Da die Raubmilbe der wichtigste Feind der Blattgallmilbe ist kann bei ausreichenden Raubmilbenbesatz auf eine chemische Bekämpfung verzichtet werden. Muss doch eine chemische Bekämpfung durchgeführt werden da es einen starken Vorjahresbefall gab, muss diese im Zeitraum des Knospenschwellens erfolgen um die besten Erfolge zu erreichen. Tritt überraschend kurz nach dem entfalten der ersten Blätter ein Befall auf, so kann auch noch in diesem Zeitraum eine Bekämpfung durchgeführt werden. Beim Ausbringen des Pflanzenschutzmittels sollte der ganze Stock gut benetzt werden.

verkümmerter Trieb