Rhombenspanner

Der Rhombenspanner (Peribatodes rhomboidaria) auch Kreppelwurm genannt, ist im Weinbau eher als Gelegenheitsschädling bekannt. Wenn er aber Auftritt kann er an einer Rute alle Augen ausfressen was zu einem erheblichen wirtschaftlichen Schaden führt.

Herkunft:
Der Rhombenspanner ist schon immer in Europa heimisch.

Schadbild:
Kurz bevor die Reben Austreiben, spätestens ab schwellen der Knospen, sind erste Schäden zu sehen. Durch einen Fraß an den Knospen, sind diese ganz oder teilweise ausgehöhlt. Dadurch können erhebliche Ertragsausfälle entstehen. Knospen, die nicht ganz ausgefressen sind, können zwar noch Triebe bilden, die aber meist keine Trauben haben. Da die austreibende Rebe zu dieser Zeit die einzige Nahrungsquelle für die Tiere darstellt kann es schnell zu einem sehr großen Schaden durch ausgefressene Knospen kommen. Ein schnelles Austreiben kann den Schaden minimieren, wobei ein langsamer Austrieb den Schaden verstärkt. Ein späterer Fraß an den Blättern ist eher harmlos und richtet keinen nennenswerten Schaden an. Der Fraß erfolgt Nachts. Die Tiere sind allerdings nicht auf die Rebe spezialisiert, können sich daher auch von anderen Gehölzpflanzen ernähren.

Aussehen:

Rhombenspanner (Peribatodes rhomboidaria)
Ei 0,7-0,9 mm groß, erst hellgrün, nach 2-3Tagen ziegelrot, maiskolbenartig gerippt
Raupe 4-5 cm lang, rundlich, graubraun, drei Brustbeinpaare vorn,

zwei Bauchbeinpaare hinten

Puppe 1-3 cm lang, dunkelbraun, glänzend, länglich-spitz
Falter Spannweite 4-5 cm, bräunlich-grauweiß gesprenkelt, dunkle Bänder parallel zum Rand

Lebensweise:
Die Überwinterung erfolgt als 1-2 cm lange Raupe. Als Überwinterungsversteck dienen Schlupfwinkel im abgefallenen Laub, ausgebrachtem Stroh, unter der Rinde des Stammes oder in Ritzen der Pfähle. Da der Rhombenspanner nicht rebspezifisch ist kann auch eine Überwinterung außerhalb der Rebanlage angenommen werden. An warmen Wintertagen , spätestens Mitte März / Anfang April, verlassen die Tiere ihr Winterversteck und gehen auf Nahrungssuche. Bei plötzlichen Kälteeinbrüchen verstecken sich die Tiere wieder oder warten regungslos am Stock wärmere Tage ab. Die Raupen haben eine typische Fortbewegung. Sie bewegen sich spannerartig und bilden beim fortbewegen einen so genannten Katzenbuckel. Sie können sich aber auch auf die Brustfüße stellen und den restlichen Körper unbeweglich wegstrecken (ähnelt einer verholzten Ranke). Gegen Ende Mai / Anfang Juni seilen sich die Raupen an einem feinen Faden von der Rebe auf den Erdboden ab und verpuppen sich in 2-3 cm Tiefe. Die Puppenruhe dauert je nach Temperatur 7 bis 18 Tage. Anschließend schlüpfen gegen Ende Juni / Anfang Juli die Falter. Die Falter beginnen Anfang bis Mitte Juli mit der Eiablage in Risse und Spalten des alten Holzes der Rebe oder anderen Gehölzen. Nach 7 bis 10 Tagen schlüpfen aus den Eiern junge Raupen. Diese ernähren sich vom Reblaub oder von anderen Pflanzen. Der Schaden an den Blättern ist zu diesem Zeitpunkt aber unbedeutend. Der Rhombenspanner kann unter unseren klimatischen Bedingungen 1 bis 2 Generationen bilden. In südlichen Ländern wurden bis zu drei Generationen gesehen. Beim Vegetationsschluss der Rebe sucht auch die Raupe ihr Winterversteck auf.

Bekämpfung:
Da die Tiere über einen längeren Zeitraum verteilt erscheinen, ist eine direkte Bekämpfung recht schwierig. Tiere die sich noch in ihrem Winterversteck aufhalten werden von der Spritzbrühe nicht erreicht. Eine Beobachtung der Rebanlage auf Schäden ab Anfang März ist daher ratsam. Bei einer Behandlung mit einem entsprechendem Mittel ist der gesamte Stock tropfnass zu spritzen.