Springwurm

Der Springwurm (Sparganothis pilleriana) zählt im Weinbau eher zu den Gelegenheitsschädlingen, da er oft nur in bestimmten Lagen und von Jahr zu Jahr sehr unterschiedlich auftritt. Wo er sich jedoch einmal etabliert hat, kann er sehr massiv auftreten und beachtlichen Schaden verursachen.

Herkunft:
Der Springwurm ist schon immer in Europa heimisch.

Schadbild:
Die ersten Larven können die Knospen bereits beim Austrieb befallen. Sie bohren sich in die schwellenden Knospen ein und höhlen sie aus. Dadurch kann ein großer wirtschaftlicher Schaden entstehen. In den meisten Jahren zeigen sich die ersten Larven etwas später, wenn sich das erste Blatt entfaltet hat. Triebspitzen und Blattteile die angefressen werden verdorren und nehmen eine rostrote Farbe an. Zum Verpuppen baut sich die Raupe einen Unterschlupf, in dem sie einen Blattlappen umbiegt und fest spinnt. Ein Fraß an Gescheinen und jungen Trauben ist eher selten.

Aussehen:

Springwurm (Sparganothis pilleriana)
Ei 1 mm groß, hellgelbe , flach, Eigelege 40-50 Eier
Raupe anfangs 1,5mm, grünlich / ausgewachsen 3-4 cm, dunkelgrau mit schwarzen Kopf- und Nackenkapsel
Puppe 1,4 cm groß, schlank, anfangs grünlich, später bräunlich
Motte 1-1,5 cm lang, Spannweite 2-2,5 cm, hellbraun. schnautzenförmige nach vorne ragende Mundteile

Lebensweise:
Der Springwurm überwintert als junge Raupe unter der Borke des alten Holzes oder in Ritzen am Pfahl. Im Frühjahr während dem Austrieb verlässt die Raupe ihren Unterschlupf und beginnt zu fressen. Nach 45 – 50 Tagen Fraßdauer erfolgt Mitte bis Ende Juni die Verpuppung. Nach einer Puppenruhe von 12 – 18 Tagen erscheint im Juli die Springwurmmotte. Die Weibchen legen 40 – 50 Eier in einem Gelege auf der Blattoberseite ab, aus dem nach 10 – 20 Tagen Jungraupen schlüpfen. Die jungen Raupen suchen vermutlich kurz nach dem schlüpfen ihre Winterverstecke auf.

Bekämpfung:
Die Schadschwelle liegt bei 5 Springwürmern pro Stock. Erst wenn diese Zahl deutlich überschritten wird ist eine Bekämpfung sinnvoll. Da sich das Auswandern der jungen Raupen aus dem Winterversteck über einen längeren Zeitraum erstreckt, ist eine Bekämpfung recht schwierig. Bei der Austriebsbehandlung (BBCH 01 – schwellen der Knospen bis BBCH 13 – Entfaltung von 3 Blättern) muss der gesamte Stock gründlich mit einem entsprechendem Mittel benetzen werden. Bei der Frühjahresspritzung (BBCH 13 bis BBCH 55 – Gescheine werden größer) besteht die letzte Möglichkeit den Springwurm zu bekämpfen. Eine spätere Bekämpfung haben nur sehr begrenzten Erfolg da die Raupen in den Blattknäueln nur schwer zu treffen sind.