Blattrollkrankheit

Die Blattrollkrankheit ist eine Viruskrankheit, die durch das vorzeitige färben der Blätter die Reife verzögert beziehungsweise zu einem geringeren Mostgewicht der Trauben führen kann. Des weiteren wird durch die verminderte Wüchsigkeit die Nutzungsdauer der befallenen Anlagen herabgesetzt, was wiederum ihre Rentabilität verringert.

Erreger:
Die Erreger sind Viren aus der Gattung der Closteroviren und der Ampeloviren. Weltweit wurden 9 dieser Erreger gefunden, Grapevine leaf roll associated virus (GLRaV) genannt und durchnummeriert. In Deutschland wurden jedoch bis jetzt nur GLRaV 1 und 3 gefunden.

Schadbild:
Gegen Ende Juli beginnen sich die Blätter zur Blattunterseite hin einzurollen. Das ist verbunden mit einer verfrühten Herbstfärbung, wobei die Blattadern aber grün bleiben. Eine Wuchsschwäche stellt sich erst mehrere Jahre nach der Infektion ein. Bei Burgundersorten, Müller-Thurgau, Silvaner und Portugieser sind die Symptome sehr deutlich sichtbar. Die stärke der Ausprägung der Symptome scheint von der Art des befallenden Virus abhängig zu sein.

Übertragung:
Die Erreger GLRaV 1 und 3 werden durch verschiedene Schmier- und Schildlausarten übertragen. Sie können nicht wie die Reisigkrankheit durch Nematoden übertragen werden, aber durch die Verwendung von virusinfiziertem Veredlungsmaterial. Wie schon bei der Reisigkrankheit können diese Viren auch nicht durch den Rebschnitt übertragen werden.

Bekämpfung:
Gegen die Bekämpfung von Viruskrankheiten gibt es keine direkten Bekämpfungsmöglichkeiten. Deshalb sind vorbeugende Maßnahme wie das ausschalten der Überträger (Nematoden – durch lange Brache) und das verwenden von gesundem Pflanzgut die einzigen Bekämpfungsmöglichkeiten gegen die Viruskrankheiten.

Blattrollen