Reisigkrankheit

Die Reisigkrankheit zählt in Deutschland zu den wichtigsten Viruskrankheiten und kann zu erheblichen wirtschaftlichen Schäden führen. Je nach Rebsorte ,Virusart und Jahr können Ertagsverluste von mehr als 50% entstehen. Zudem haben virusverseuchte Weinberge eine verkürzte Nutzungsdauer.

Erreger:
Die Haupterreger sind das Reisig-Virus, Arabismosaik-Virus und das Himbeerringflecken-Virus. Seltener aufgetretene sind das Tomatenschwarzringflecken-Virus und das Latente Erdbeerringflecken-Virus. Alle Erreger gehören zur Gattung der Nepoviruen (durch Nematoden übertragbares Virus).

Schadbild:
In den ersten Jahren nach der Infektion können Symptome noch nicht sichtbar oder nur schwach ausgeprägt sein. Die Symptomausprägung variiert auch in Abhängigkeit von der Rebsorte, dem jeweiligem Virus oder des Krankheitsstadiums. Die wichtigsten Symptome sind Schwachwüchsigkeit bis hin zu Kümmerwuchs, Besenwuchs, Verbänderungen, Kurzinternodien, Doppelknoten, asymmetrische Veränderungen der Blätter, Raffung der Hauptadern (Fächerblatt), Gelbverfärbungen verschiedenster Art (infektiöse Panaschüre), Verrieseln der Gescheine. Die Rebsorte Kerner reagiert sehr besonders auf den Befall durch das Arabismosaik-Virus mit Absterbeerscheinungen (Kernerkrankheit).

Übertragung:
Die Viren können durch im Boden lebende Fadenwürmer (Nematoden) und durch die Verwendung von virusinfiziertem Veredlungsmaterial übertragen werden. Das übertragen von Viren durch den Rebschnitt ist nicht möglich.

Bekämpfung:
Gegen die Bekämpfung von Viruskrankheiten gibt es keine direkten Bekämpfungsmöglichkeiten. Deshalb sind vorbeugende Maßnahme wie das ausschalten der Überträger (Nematoden – durch lange Brache) und das verwenden von gesundem Pflanzgut die einzigen Bekämpfungsmöglichkeiten gegen die Viruskrankheiten.